Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Susanne Stark?

Seit dem 6. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2020 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet Susanne Stark (Programmleiterin dtv junior / bold) unseren „anderen“ Fragebogen:

Susanne Stark

Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

Der 17. Geburtstag meiner Tochter, als wir in der marokkanischen Wüste auf Kamelen ritten und die netten Mitarbeiter des Riads abends eine kleine Geburtstagsfeier organisierten.

Worüber haben Sie sich 2019 am meisten geärgert?

Darüber, dass über der an sich so wunderbaren Verlagsarbeit das Familienleben immer wieder zu kurz kommt.

Was war 2019 Ihr schönster Erfolg?

Die tollen Rezensionen zu Hank Green, die fantastischen bold-Veranstaltungen in Leipzig und Frankfurt, die grandiose Signierstunde mit Colleen Hoover in Hannover, die tolle Arbeit mit unseren Autoren und Autorinnen, der Zuschlag zum fantastischen Jugendbuchdebut der amerikanischen Autorin Joya Goffney – und es fielen mir noch weitere ein…

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Dass der in der Presse so hymnisch besprochene erste Roman von Hank Green, „Ein wirklich erstaunliches Ding“, sich viel weniger gut verkauft hat als erwartet.

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Es lebe die Nachbarschaft! In diesem Sinne, pars pro toto, die kleine, aber feine Buchhandlung „Buch und Bohne“, die günstigerweise weniger als eine Minute vom Verlag entfernt liegt.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im kommenden Jahr nichts mehr lesen?

Über die Frage, ob die Kinderbuchmesse aufgrund der Vorverlegung der London Book fair künftig obsolet wird. Sosehr ich London mag: Das wird nie, nie, nie passieren?

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Über die hohe erzählerische Qualität vieler in den Augen der Belletristen chronisch unterschätzten Jugendbücher.

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?

Mich einer zu großen Vielfalt und Vielzahl an Projekten zuzuwenden.

Und welchen Fehler werden  Sie trotzdem wiederholen?

Mich einer übergroßen Vielzahl und Vielfalt an Projekten zuzuwenden …

Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?

Die Arbeit an Jo Schück, Nackt im Hotel – Wie Freundschaft der Liebe den Rang abläuft, das im März bei bold erscheint.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr? Jo Schück – siehe oben, dazu „Crescent City“, die neue Serie von Sarah J. Maas im Herbst bei dtv junior.

Von wem würden Sie gern auch mal  die Antworten auf diesen Fragebogen lesen? Von unserer neuen Kinderbuch-Teamleitung  Tatjana Kröll.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben,  hätten Sie gern beantwortet?

Wird das Jugendbuch in der Wahrnehmung des Buchmarkts qualitativ unterschätzt?

Hier können Sie die auch beantworten:

Seitdem ich programmatisch sowohl im Jugendbuch als auch in der Belletristik zu Hause bin, kann ich mit noch tieferer Überzeugung als zuvor sagen: Ja, im Vergleich zu so manchem eher austauschbaren belletristischen Buch wird die erzählerische Qualität vieler Jugendromane völlig unterschätzt – was daran liegen mag, dass es im Jugendbuch die klassische Trennung in E und U nicht gibt.

Gestern antwortete Kilian Steiner, morgen anwortet Sebastian Ritscher

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