Das Rätsel für den Juli

Lesen Sie aufmerksam folgenden Text schicken Sie uns die richtige Lösung: Die gesuchte Persönlichkeit ist männlich und wurde zwischen den beiden Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts in einer Landschaft geboren, die damals durch die Spielzeug- und Uhrenindustrie bekannt war.

Sein Abitur machte er im „Elbflorenz“. Kontakt zur Literatur bekam er durch die Tätigkeit seines Vaters, der in einem Bier-Verlag eine neue Marke kreiert hatte. Später war er Anzeigenvertreter zunächst für Getränkefachzeitschriften, danach für ein breites Verlagsprogramm. Das Studium der Germanistik wurde ihm verwehrt, da eine zweite Diktatur, inzwischen an der Macht, ideologische Hürden aufgebaut hatte. Er entschied sich für die Buchhandelslehre; doch eben jene Diktatur behielt dieses Tätigkeitsfeld ausdrücklich Frauen vor. Seine Tante beschaffte ihm eine Ausnahmegenehmigung. Nach Abschluss der Lehre entschloss er sich, die „DDR“ zu verlassen. Dazu überwand er im Thüringer Eichsfeld die von russischen Soldaten bewachte Demarkationslinie zur amerikanischen Besatzungszone auf abenteuerliche Weise.

Wenn heute junge Leute von den Mühen um Stellenbewerbungen klagen, kann er nur milde lächeln. 1951 waren in Frankfurt a.M. Buchhändler nicht gerade die gesuchte Berufsgruppe. Dennoch ergatterte er nach 25 Vorstellungsgesprächen schließlich die begehrte Stelle. Von dort verschlug es ihn nach Lüneburg. Eine christlich fundierte Verlagsgruppe, die zu dieser Zeit durch eigene Leseringe expandierte, bot ihm die Position des Werbeleiters an ihrem Standort an, der von Einheimischen „Chützel“ ausgesprochen wird.

Er machte in diesem Konzern Karriere zum Verleger eines Verlags mit adligem Namen und Sitz am „Tor zur Welt“. Das Programm richtete sich an die gebildete Frau. Als die auf 15 literarische Verlage angewachsene Gruppe umstrukturierte, bot man ihm an, die PR-Leitung dieser wie auch der theologischen Verlage am Fuße des Teutoburger Waldes zu übernehmen. Er lehnte ab.

Stattdessen machte er sich als Verlagsberater in den Verlagsräumen selbständig, wobei ihn sein letzter Arbeitgeber mit Aufträgen unterstützte. Zur Personalberatung kam er, als ihn ein Freund bat, für ihn einen Ersten Sortimenter zu suchen. Dazu schaltete er eine Anzeige im Börsenblatt. Ein Verlagsauftrag folgte, und so verselbständigte sich dieses neue Geschäftsfeld. Die Qualifikation der von ihm betreuten Führungskräfte wies einen Mangel an verlegerischem Wissen auf. Diesen half er durch sein Angebot an Fortbildungsseminaren zu beseitigen.

Seine verlegerische Seite kultivierte er durch die Herausgabe einer Zeitschrift für den Buchhandel mit Kinderbüchern. Als Autor schrieb er Ratgeber für Einsteiger bei Verlagen oder Buchhandlungen, die heute noch am Markt sind. Sie sollen demnächst durch ein Buch für Autoren ergänzt werden. Seinen Hauptsitz hatte er längst in die Zwergschule eines winzigen Fleckens in Schleswig-Holstein unter Beibehaltung eines Büros zum „Tor zur Welt“ verlegt. Diesen Ort zu finden, war keine leichte Aufgabe und deshalb die erste Hürde für Stellenbewerber.

Mit 65 Jahren hatte er unter dem Namen der Eule ein Imperium geschaffen, das er zur Alterssicherung auflöste. Er verkaufte die Seminare an seinen Sohn und einen ehemaligen Mitarbeiter. Die Personalberatung gab er an eine Unternehmens- und Personalberatung , in deren Firma sein Name noch heute werbeträchtig vorhanden ist. Seine Unternehmensberatung betrieb er weiter. Die Zeitschrift für Kinderbuch-Buchhändler, inzwischen ebenfalls verkauft, wurde zum Fundament für einen Verlag für Leseförderung von Kindern und Jugendlichen.
Verlagsobjekte sind nach wie vor sein Leben. So pflegt er nicht nur seine Ratgeber weiter, sondern hat sich als Bestsellerautor von Büchern über das Erzgebirge einen Namen gemacht.

Am 17. Juli wird die gesuchte Persönlichkeit 80 Jahre alt. Gelegenheit für die gesamte Buchbranche, ihm zu gratulieren und ihn für sein unvollendetes Lebenswerk vollendet zu ehren.
Gefragt wird: Wen suchen wir?

Senden Sie die Lösung unter dem Stichwort „Kopfnuss“ an redaktion@buchmarkt.de und gratulieren Sie dem Gesuchten gemeinsam mit uns zu seinem runden Geburtstag in diesem Monat – für die zehnte richtige Antwort schenken wir ihm zwölf Flaschen Marzemino. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2010.

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