Heinold fragt: Wer war’s?

Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Heute suchen wir nach einem Verlag, dessen Publikationen seit rund 30 Jahren ausschließlich einem einzigen Autor und dessen Werk gewidmet sind.

Alles begann 1921, als ein gerade 24-jähriger (an)gelernter Verlagsbuchhändler die Leitung der Buchabteilung eines so genannten „Landsgemeindehauses“ übernahm, einer Einrichtung aus dem Umkreis verschiedener Gruppen der Jugendbewegung in einer ehemaligen Residenzstadt in Mitteldeutschland.

Noch im gleichen Jahr ging das Unternehmen – nach seinen eigenen Worten in seinen Lebenserinnerungen ein „Kramladen“ – in seinen Besitz über, mithilfe eines bescheidenen Darlehens eines Bruders seiner Mutter. Der Gesuchte verkaufte die vornehmlich vorgefundenen Wandervogelartikel und richtete „eine – wie mir schien – richtige Buchhandlung ein“. 1923 schloss er einen Verlag zunächst mit Lyrikbänden an, der noch heute existiert und seinen Namen trägt. Der Buchladen wurde ein Opfer der Inflation. Der junge Buchhändler ging als Angestellter nach Leipzig, als Verlagsvertreter für Franz Schneider auf Reisen, als freier Schriftsteller in die Lüneburger Heide und als Herausgeber einer Bücherzeitschrift nach Berlin – und immer hatte er seinen kleinen Verlag im Gepäck.

Er kehrte nach diesen Wanderjahren in die ehemalige Residenzstadt zurück und machte aus dem Verlag ein professionelles Unternehmen. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges erwarb er aus einem der bald kriegsgegnerischen Länder die Übersetzungsrechte an einem Buch mit Erlebnisberichten eines Autors, der sein angesehenes literarisches Werk unmittelbar aus seiner Berufssphäre schöpfte. Ein erster Titel aus seiner Feder war 1932 bei S. Fischer erschienen. Von nun an wurde der heute gesuchte Verlag sein deutsches Stammhaus.

Im März 1945 fielen Verlag und Lagerbestände einem britischen Bombenangriff zum Opfer. Nach mühsamen Startversuchen erst in Sachsen, dann in Thüringen verließ der Gesuchte die Sowjetische Besatzungszone und siedelte sich 1948 im Rheinland an.

Hier klopfte das Glück an seine Tür. Noch in der SBZ hatte er sich u.a. die Übersetzungsrechte am Gesamtwerk des oben genannten Autors gesichert. Eine 72-seitige märchenhafte Erzählung des im Kriege Vermissten wurde 1950 auf Anhieb zum Besteller, dann zum Kultbuch und damit zum Dauerseller. Um sie herum gruppiert sich noch heute die Verlagsproduktion mit dem Gesamtwerk des Autors sowie Sekundär- und Begleitliteratur.

1949 nahm der Verlagsgründer zur wirtschaftlichen Absicherung einen grafischen Großbetrieb als Mitgesellschafter auf, schied aber 1953 aus dem Unternehmen aus, arbeitete als freier Schriftsteller und verstarb 1966. Ab 1979 stellte der ehemalige Mitgesellschafter und nunmehrige Alleininhaber die sonstige durchaus ansehnliche Verlagsproduktion zugunsten des jetzigen Charakters eines Ein-Autoren-Verlages ein.

Sucht man den Verlag im Internet, so findet man ihn unter einem Dach mit einer gleichnamigen Immobilienverwaltung. Mit neuen Vermarktungsideen und der Vertriebskooperation mit einem angesehenen Taschenbuchverlag hat das Unternehmen im Buchhandel in den letzten Jahren neue Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Heinold fragt: Wie heißen der Verlag und sein Gründer (Vor- und Nachname)?

Senden Sie die Lösung an heinold@buchmarkt.de. Einsendeschluss ist der 22. August 2011. Unter den Einsendern, deren Lösung komplett und richtig ist, verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ (Bramann) von Wolfgang E. Heinold.

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