Heinold fragt: Wer war’s?

Im Buchmessemonat fragen wir nach einem Verlag, an dessen Stand es sich lohnt, an den Büchern zu schnuppern. Sie strömen nämlich einen besonderen Geruch aus.

Es handelt sich aber nicht um parfümierte Kochbücher oder einen ähnlichen Modeschnickschnack, sondern um unverfälschten Büchergeruch wie in alten Zeiten: Der Verleger verzichtet in seiner Leidenschaft für das „gute Buch“ auf eine Lackierung des Papiers, die normalerweise angewandt wird, um schneller drucken zu können. Deshalb reichen seine Bücher so gut, und auf dieser Grundlage hat eine Berliner Firma zusammen mit dem Verlag eigens ein Parfüm mit Buchgeruch kreiert.

Der gesuchte Verlag, der den Namen seines Gründers trägt und von ihm geleitet wird, betrachtet das Entstehen eines Buches als ganzheitlichen Prozess. Aus diesem Grund gibt es bei ihm auch kein „Outsourcing“ von Teilen des Arbeitsprozesses. Nur die Buchbinderei erfolgt außer Haus und von außerhalb werden die Lesebändchen bezogen, die in jedes Buch einheftet werden. Alles wird im Haus gedruckt; viele Autorinnen und Autoren nehmen den Druck zusammen mit dem Verleger persönlich ab, ehe die Maschinen in Gang gesetzt werden.

Dabei ist dieser leidenschaftliche Druckerverleger Autodidakt. Begonnen hat er mit Siebdrucken von Künstlern wie Andy Warhol und Joseph Beuys. Zum Geheimtipp wurde er durch seine Zusammenarbeit mit einem Grafiker, der von der Ausbildung her Jurist mit Zweitem Staatsexamen ist. Der schuf mit politisch-satirischen Plakaten eine ganz neue Art der Wahlwerbung – ein späterer Akademiepräsident, der auch regelmäßig Kolumnen für große Tageszeitungen schreibt.

In Interviews bekennt der Verleger, dass sein Lebens- und Berufsweg nicht zielstrebig geplant, sondern durch glückliche Zufälle geprägt worden ist. Durch einen solchen Zufall kam er 1972 über Beuys zu seinem ersten Buch, das die documenta zum Thema hatte. In den Jahren danach gesellten sich politische Sachbücher, Belletristik und Taschenbücher dazu.

Einen Höhepunkt der Verlagsarbeit stellt die zwölfbändige Werkausgabe eines Nobelpreisträgers dar, dessen Weltrechte sich der Verlag sichern konnte. Mit den Werken dieses und eines anderen Nobelpreisträgers kommen auch – wer hätte das von einem so leidenschaftlichen Druckerverleger gedacht – E-Books ins Spiel. Mit ihnen will er die Werke dieser Klassiker Leserinnen und Lesern in abgelegenen Weltgegenden zugänglich machen.

Ein weiterer Höhepunkt sind die Werke international bekannter Fotografen, die der Gesuchte verlegt und deren Herstellung er sich mit besonderer Leidenschaft widmet. Diese Leidenschaft gilt auch den Werbematerialien eines der weltweit renommiertesten Couturiers, die seine Druckerei auf höchstem Qualitätsniveau produziert. Der dem Verlag eng verbundene Pariser Modeschöpfer ist auch als Designer, Fotograf und Kostümbildner tätig, ein Mann von Bildung, dessen Privatbibliothek nach eigenen Angaben rund 300.000 Bände umfasst.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag (Familienname genügt) und in welcher traditionsreichen Universitätsstadt ist sein Sitz? Zusatzfrage (freiwillig): Wie heißt der Modeschöpfer (Familienname genügt)?
Bitte mailen Sie Ihre Lösung und Ihre Anschrift an: heinold@buchmarkt.de. Unter den Einsendungen verlosen wir ein Exemplar {Bücher und Buchhändler von Wolfgang E. Heinold}

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