Heinold fragte im Januar nach der Droemerschen Verlagsanstalt

Hier die ausführliche Auflösung der Rätsels:

Die gesuchte Firma ist als Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. ins Handelsregister eingetragen. Sie geht auf die Dampfbuchbinderei Theodor Knaur in Leipzig zurück, deren Verlagsbuchhandlung im Juli 2001 an den Berliner Buchhändler Hendelsohn verkauft wurde. Bestimmend für das Schicksal des Verlages wurde Adalbert Droemer (gest. 1939).

Als „untergeordnete Kraft“ 1902 in den Verlag eingetreten, erschloss er den Buchhandel durch eigene Reisen, nutzte neue technische Möglichkeiten der Massenproduktion und wurde so zum Pionier des preiswerten Buches. Beispiele dafür sind die zunächst von Thomas Mann mit herausgegebene Reihe „Romane der Welt“ zu 2,85 Reichsmark und das von Richard Friedenthal herausgegebene einbändige Knaur Konversationslexikon A – Z zum gleichen Sensationspreis.

Adalbert Droemer wurde Teilhaber des Verlages und erwarb ihn ganz, als die Brüder Hendelsohn bereits 1934 – zum Beginn des Dritten Reiches – emigrierten.

Sein Sohn Willy Droemer, seit 1936 in der Geschäftsführung des Verlages tätig, baute den Verlag als Droemersche Verlagsanstalt in Schloss Wiesentheid in Unterfranken ab 1946 neu auf und verlegte ihn 1949 nach München. Er errang mit Nachschlagewerken, kulturgeschichtlichen Reihen, populären Sachbüchern und Autoren wie Johannes Mario Simmel, Mary McCarthy, Norman Mailer, James Michener, James Clavell u. v. a. große Verkaufserfolgte. Als erstes Knaur-Taschenbuch erschien 1963 Welten des Glaubens von Peter Bamm.

Man schreibt Willy Droemer „die Erfindung des Bestsellers“ zu. Richtig ist das so nicht, denn Begriff und Phänomen des Bestsellers kamen schon in den 1920er-Jahren auch im deutschsprachigen Raum auf und Vater Adalbert war einer der seinerzeitigen Aktuere. Jedoch ist es Sohn Willy, der das Herausstellen von Spitzentiteln, die Präsentation von Autoren als Markenartikel und tatkräftiges Allround-Marketing zur Erfolgsstrategie für Publikumsverlage machte, einen Verlagstyp, den er wesentlich mit prägte.

Willy Droemer verkaufte die ihm verbliebenen Anteile 1980 an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, die er schon 1970 als Teilhaber aufgenommen hatte. Seit 1999 gehört der Verlag zu jeweils 50 Prozent dieser Verlagsgruppe sowie der Weltbild-Gruppe.

Droemer Knaur – so die buchhandelsübliche Abkürzung der Firmenbezeichnung – beansprucht für sich die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum für „Memoirs“ und historische Romane und einen der ersten Plätze im Spannungs- und Thrillerbereich sowie bei populären Ratgebern.

Die Bücherwelten des Hauses werden mit neuen Technologien und Ideen auch online inszeniert. Neben der Homepage www.droemer-knaur.de gibt es Autoren-Websites, Buchtrailer, Krimi-Podcasts und einen eigenen Web-TV-Auftritt.

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