Heinold fragte im Juli nach: WBG, Darmstadt

Gefragt wurde im Juli nach einem vor 65 Jahren gegründeten Unternehmen, das als wirtschaftlicher Verein geführt wird. Die richtige Antwort lautet: WBG, Darmstadt.

Die Gründungsidee kam aus einem Kreis von Wissenschaftlern um den Historiker Professor Dr. Ernst Anrich, der an der während des Zweiten Weltkrieges im besetzen Elsass-Lothringen gegründeten Reichsuniversität Straßburg eine führende und leider ungute Rolle gespielt hatte. Wegen seiner Vergangenheit trat Anrich zunächst nicht als Geschäftsführer, sondern als „Vorstandssekretär“ auf. Weil er aktuell als Redner bei der NDP auftrat, musste er 1966 aus der Geschäftsführung der WBG ausscheiden.

Im Januar 1949 war das Unternehmen unter dem Namen „Wissenschaftliche Buchgemeinschaft e.V.“ gegründet worden.Es ist also einige Monate älter als das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde 1955 nach Darmstadt verlegt und firmiert seitdem als „Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG). Darmstadt war damals besonders um die Ansiedlung von Betrieben der „rauchloser Industrie“ bemüht und förderte sie.

Kerngeschäft der WBG ist bis heute die auf wissenschaftliche Veröffentlichungen und fundierte Sachbücher ausgerichtete Buchgemeinschaft mit nach eigenen Angaben rund 120.000 Mitgliedern.
Im Laufe der Jahre traten durch Zukauf eine Reihe von Verlagen hinzu, die heute nicht als Tochterunternehmen, sondern als (wirtschaftlich nicht selbstständige) Imprints geführt werden: auditorium maximum, Konrad Theiss Verlag, Lambert Schneider Verlag, Primus Verlag, reprint Verlag Leipzig sowie der Philipp von Zabern Verlag.

www.wbg-wissenverbindet.de

Dort ist auch abrufbar: René Schlott, Die WBG, ein Unikat der Verlagslandschaft. Eine kleine Geschichte der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft

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