Die KrimiZEIT-Bestenliste: Die Highlights des Jahres

Zum Jahresende hat die Jury der KrimiZEIT eine Auswahl aus den Kriminalromanen getroffen, die sie im Laufe des Jahres empfohlen hat.

Die drei besten Krimis des Jahres 2015 sind:

Merle Kröger: Havarie (Ariadne im Argument-Verlag)
In ihrem vierten Kriminalroman Havarie lässt die Dokumentarfilmerin und Autorin Merle Kröger (Deutscher Krimipreis und KrimiZEIT-Jahresbestenliste 2013 für Grenzfall) vier Schiffe beinahe miteinander kollidieren: einen Frachter, ein Seenotrettungsboot, ein Kreuzfahrtschiff und ein Schlauchboot voller algerischer Flüchtlinge. Handlungsstränge und Lebenslinien von Flüchtlingen, Seeleuten, Kreuzfahrtgästen kreuzen sich an diesem Punkt im Meer vor der Küste Spaniens.

„Havarie ist der Roman der Stunde.“ (Thekla Dannenberg, Freitag)

„Eine Hoffnung zieht sich durch Havarie. Dass man sich immer entscheiden kann, dass moralisches Handeln möglich ist – auch in einer manch einem angesichts der Nachrichtenlage dystopisch erscheinenden Gegenwart.“ (Elmar Krekeler, Die WELT)

Friedrich Ani: Der namenlose Tag (Suhrkamp)
Mit dem Wechsel zu Suhrkamp hat Friedrich Ani (mehrfacher Deutscher Krimipreis) nach Tabor Süden und Polonius Fischer einen neuen Ermittler erfunden. Jakob Franck ist pensionierter Kommissar, ehemals Mordkommission. Als Franck vom überlebenden Vater einer Familie, in der sich Mutter und Tochter umgebracht haben, gebeten wird, nachträglich einen Schudigen zu finden, erschließt er die Geschichte eines ungeheuren Verschweigens in dieser Familie. Schweigen als Verbrechen, Einsamkeit und Selbstmord waren schon immer Themen Friedrich Anis. Mit Der namenlose Tag erreicht Ani eine neue Intensität.
„Bei Ani ist ein Todesfall nicht Anlass für eine Ermittlung, sondern eine große Tragödie. Mit ungeheurer Zärtlichkeit erzählt er von diesem Ludwig Winther, der seine Familie verlor und noch zwanzig Jahre später hilflos und verzweifelt darum kämpft, ein neues Leben zu finden.“ (Thekla Dannenberg, Perlentaucher)

„Der namenlose Tag“ ist eine Geschichte von Vergeblichkeit. Und die einer kleinen Familie, deren Mitglieder sich gegenseitig gar nicht guttaten. Eine sich in weniger dramatischer Form vieltausendfach ereignende Geschichte also, wunderbar erzählt.“ (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau)

Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil (Limes)
Vier Jahre nach ihrem letzten Roman um Kommissar Adamsberg und seine Brigade Criminelle – Die Nacht des Zorns – ist die erfolgreichste Autorin (erst recht: Krimi-Autorin) Frankreichs wieder ermittelnd, konstruierend und phantasierend unterwegs. Diesmal ist die 1957 geborene Pariserin auf den Spuren der französischen Revolution: Bei den Leichen zweier vorgeblicher Selbstmörder wird das Symbol einer Guillotine gefunden. Dieser Hinweis auf eine Gesellschaft von Revolutionsforschern, die Werk und Leben Maximilien Robespierres in lebenden Bildern, geheim und kostümiert nachstellen, kreuzt sich mit einer sehr fremden anderen Spur. Beinahe kommt es zur Palastrevolte im 13. Arrondissement, weil Adamsberg seiner Nase auf eine Insel am Polarkreis folgt, wo ein Afturganga (isländisch für Wiedergänger) im Nebel auf ihn wartet. Die „Eiszeiten“ des französischen Titels kollidieren mit dem Humanfeuer der Empörung.

„So wie Commissaire Adamsberg, das Genie der Intuition, mit all seinen Spleens in die Reihe der unvergesslichen Detektive gehört, so unverwechselbar ist Madame Vargas mit ihrer Kombination von Alltagsrealismus und skurriler, fast surrealistischer Phantasie.“ (Jochen Vogt, Westfälische Allgemeine Zeitung)

Die KrimiZEIT-Bestenliste mit den zehn besten Kriminalromanen des Jahres 2015 finden Sie hier: download(KrimiZEIT-Bestenliste_2015.pdf)

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