Fünf historische Neuerscheinungen – monatlich ausgewählt von DAMALS

DAMALS – Das Magazin für Geschichte berichtet jeden Monat über spannende Geschichtsthemen. In jeder Ausgabe gibt es zahlreiche Rezensionen von Büchern, Hörbüchern und Filmen. Seit Jahren zeichnet die Redaktion gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury zudem die besten historischen Sachbücher des Jahres aus.

Hier fünf der Rezensionen aus dem neuen Heft:

War Tito tatsächlich ein „sozialistischer Sonnenkönig“, der sowohl Hitler als auch Stalin besiegt hatte und in der Zeit des Kalten Krieges dem Osten wie dem Westen die Stirn bot? Der slowenische Historiker Pirjevec zeichnet sehr detailliert den schillernden Lebensweg Titos nach und stellt Stärken und Schwächen des „charmanten Diktators“ heraus. Mit einigen Abstrichen ein gelungenes Buch, findet Aleksandar Jakir.

Joze Pirjevec, Tito. Die Biografie. (Antje Kunstmann)

Flott geschrieben und mit starken Urteilen versehen ist das Buch von Seth Schwartz über die Juden in der Antike. Viele Vorstellungen über „die Juden“ stammten eigentlich aus dem Mittelalter, erläutert der Autor, etwa die von der Gelehrsamkeit „der Juden“. In der Antike konnten die meisten Juden – wie ihre Nachbarn – weder lesen noch schreiben. (Von Heike Talkenberger)

Seth Schwartz: Das Judentum in der Antike. Von Alexander dem Großen bis Mohammed. (Reclam)

Ein ungleiches Paar waren sie in vielerlei Hinsicht: Bettina Brentano, die sich gern als „Kind“ inszenierte und das kulturelle Leben der Großstadt liebte, und der ernste, pflichtbewusste Achim von Arnim, der die Ruhe des Landlebens suchte. So lebten sie als Ehepaar getrennt und haben uns einen aufschlussreichen Briefwechsel hinterlassen, aus dem Hildegard Baumgart für ihre Ehegeschichte der beiden Romantiker schöpft. (Von Heike Talkenberger)

Hildegard Baumgart: Bettine und Achim von Arnim. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe. (Insel)

Im Jahr 1925 brachen drei junge Männer der Oxforder Upperclass zu einem Trip nach Europa auf – nach Deutschland, Italien und Griechenland. Das schwungvolle Reisetagebuch von Robert Byron liest sich amüsant und lehrreich zugleich: Der englische Blick auf die Reiseländer schwankt zwischen Bewunderung (die Architektur!) und Ungeduld (die Grenzkontrollen!). Dennoch fühlen sich die drei entschieden als Europäer – keine Selbstverständlichkeit. (Von Heike Talkenberger)

Robert Byron: Europa 1925. (Die Andere Bibliothek)

Wie stark die NS-Architektur auf Strukturen, Entwürfe und Bauten der Weimarer Republik zurückgegriffen hat, das zeigt Christian Welzbacher überzeugend, meint Heike Talkenberger. Dazu untersucht der Autor, welche Rolle der Rückbezug auf das Mittelalter spielte und wie sich das NS-Bauerbe auf die Architektur der frühen Bundesrepublik auswirkte. Für ausgesprochene Architektur-Interessierte!

Christian Welzbacher: Monumente der Macht. Eine politische Architekturgeschichte Deutschlands 1920̶ bis 1960. (Parthas)

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