Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini auf Platz 1 der KrimiZeit-Bestenliste im Oktober – hier zum Ausdrucken

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Oktober 2016 finden Sie neu auf Platz 1: Die Nacht von Rom von Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini.

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Mit Suburra – Das schwarze Herz von Rom hat das Autorenduo de Cataldo/Bonini nicht nur in Italien Furore gemacht. Ihr Roman zielte ins schwarze Herz der Wirklichkeit. Kurz nach Veröffentlichung des fiktiven Textes wurde den Protagonisten der römischen Korruption unter dem Schlagwort Mafia capitale der Prozess gemacht. In Die Nacht von Rom setzen der Richter de Cataldo und der Journalist Bonini ihre Erzählung fort. Samurai, der ehemalige Faschist und heimliche König von Rom, sitzt im Knast. Zwei Nachfolger rivalisieren um seine Macht: sein Zögling Sebastiano Laurenti und der Emporkömmling Fabio Desideri. Papst Franziskus hat das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Und die Ratten von Rom – Mafiosi, Banker, Politiker, Baulöwen, Kleriker – rotten sich zusammen, um ihren Schnitt zu machen und einen Stück vom Kuchen Rom zu ergattern.
„Mafia capitale, zweiter Akt, famos illuminiert von zwei Insidern.“ (Tobias Gohlis)
Einen Essay der beiden Autoren zum realen Hintergrund von Suburra und Die Nacht von Rom finden Sie bei www.folioverlag.com/info/belletristik/krimi/de/978-3-85256-700-6, ursprünglich publiziert in Crime&Money, hrsg. von Tobias Gohlis u. Thomas Wörtche (Droemer) 2016.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste Oktober finden Sie weitere vier Titel: Insgesamt sind es diesmal 1 australischer, 1 amerikanischer, 1 schwedischer und 1 südafrikanischer mit insgesamt 1397 Seiten.

Neu sind:
Auf Platz 6: Des einen Freud von Alan Carter
In seinem zweiten Roman mit Cato Kwong, dem chinesischen Detective Senior Constable, der kein Chinesisch, dafür aber Klavier spielen kann, kehren Autor und Figur an den gemeinsamen Ausgangspunkt zurück. Nicht mehr nach Hopetoun zur Viehpolizei exiliert (siehe Prime Cut 2015), sondern wieder in Amt und erhofften Würden, ermittelt Cato in Fremantle südlich der westaustralischen Metropole Perth. Ein verdeckter Ermittler ist ermordet, ein Psychopath sitzt im Knast auf seinen Geheimnissen, eine Mutter bekommt geheimnisvolle Drohbriefe, und Cato kann niemandem trauen. Bandenkriege und Intrigen: Carters Copnovel veranschaulicht mit bitterem Humor, wie ökonomischer Boom Hand in Hand geht mit Kriminalitätswachstum.

Auf Platz 7: Nach mir die Nacht von Benjamin Whitmer
Auf der emsigen Trüffelsuche im Noir-Raum hat der kleine Hamburger Polar-Verlag eine spannende Neuentdeckung gemacht. Der amerikanische Autor Benjamin Whitmer, geboren 1972 in Upstate New York, ist ein neues Talent. Sein düsterer Debütroman Pike wurde 2013 in Frankreich für den „Grand Prix de Littérature Policière“ nominiert. Wie dieser spielt auch Nach mir die Nacht im hinterwäldlerischen Background der USA. Katastrophentechniker Patterson Wells hat seinen kleinen Sohn verloren und sucht in Briefen den Toten Frieden. Stattdessen wird er in eine böse Verfolgungsjagd verwickelt, nachdem er die blutig geschlagene und gefesselte Frau seines Kumpels aus der Badewanne befreit hat. Auch in Colorado, wo er sich einer Blockhütte vor der Wald verschließt, gerät er ins Abseits von Drogenschmuggel und Hass zwischen Vätern und Söhnen. Whitmer treibt diesen alten amerikanischen Kampf in restlose Verzweiflung: „Gründe und Rechtfertigungen bedeuten einen Scheißdreck.“
Jurymitglied Elmar Krekeler schrieb unter dem Eindruck der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern: „So könnte Meck-Pomm werden, wenns schlimm kommt. (..) Man ahnt, wie es aussehen könnte in Mecklenburg-Vorpommern, wenn man all jene, die irgendwas nachtrauern und sich abgehängt glauben, weiter den Verschwörungstheoretikern überlässt.“ (Die Welt)

Auf Platz 9: Sieben minus eins von Arne Dahl
Nachdem Arne Dahl mit seinen Serien um die schwedische A-Gruppe und die europäische Polizeieinheit Opcop den Polizeiroman à la Ed McBain bis an einen Punkt der Internationalität und Multiplizität der Fälle getrieben hat, an dem es nicht mehr weiter zu gehen scheint, ist er mit Sieben minus eins zum scheinbar schlichten Polizeiroman zurückgekehrt. Das Setting ist übersichtlich: Ein alter Knorzkopf von Bulle (Sam Berger) und eine toughe Modernistin (Molly Blom) jagen einen Mädchenentführer. Und möglicherweise –killer. Offenkundig sind seine Spuren nur für sie ausgelegt.
„Sie waren in der blanken Brutalität. Es war ein anderes Universum, das richtige Universum, in dem die Finsternis herrschte. Licht war eine Illusion, damit wir das Leben ertragen, damit wir die Energie dazu aufbringen, erwachsen zu werden. Er war jetzt in einem anderen Zeitalter, in dem die Barbarei herrschte und in das die Zivilisation noch nicht Einzug gehalten hatte.“
Berger und Blom steigen am Ende und nach Lösung des Falls aus der Polizeiarbeit aus, ob sie als Privatdetektive tiefer in die Mechanismen der Gewalt eindringen, wird sich zeigen.

Auf Platz 10: Zeit der Finsternis von Malla Nunn
Die 1963 in Swasiland geborene Malla Nunn hat die Absurditäten der Apartheidpolitik, die auch im formal britischen bzw. unabhängigen Swasiland herrschte, in der eigenen Familie und am eigenen Leib erlebt. Selbst eine Person, die „als weiß durchgehen“ könnte, hat sie mit ihrem ebenfalls weiß scheinenden Detective Sergeant Emmanuel Cooper eine Serienfigur geschaffen, die diese Absurditäten verkörpert. Im aktuellen, vierten Fall, wird ein Lehrerpaar überfallen, das sich um schwarze Jugendliche gekümmert hat. Hauptverdächtiger: der Sohn von Coopers Zulu-Partner DC Shabalala. Cooper im Konflikt: Er muss den Fall aufklären, ohne den Sohn des Freundes zu belasten, und dabei noch die eigene „Geheimfamilie jenseits der Rassengrenze“ vor Entdeckung schützen.

Unsere Dauerchampions: Zum dritten Mal stehen Patrícia Melo mit Trügerisches Licht und Donald Ray Pollock mit Die himmlische Tafel auf der KrimiZEIT-Bestenliste.

Die KrimiZEIT-Bestenliste Oktober wird am 6.10.2016 in der Wochenzeitung Die Zeit, auf ZEITonline unter www.zeit.de/krimizeit-bestenliste und im Nordwestradio veröffentlicht, am Donnerstag, den 6.10.2016 gegen 9.20 live mit Tobias Gohlis und in den Sendungen der „Buchpiloten“, nachzuhören unter www.radiobremen.de/nordwestradio/serien/krimizeit/bestenliste100.html

Die aktuelle KrimiZEIT-Bestenliste finden Sie als Download unter http://www.togohlis.de/download/KrimiZEIT_Bestenliste_Oktober_2016.pdf

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