Die zehn besten Krimis im April / Josh Bazell neu auf Platz 1

Als Sonderservice zur Leipziger Buchmesse und zum fünften Geburtstag der KrimiWelt kommt
die Bestenliste von Welt, Arte und NordwestRadio eine Woche früher – gewohnt spannend.

Jurysprecher Tobias Gohlis: Ganz neu und gleich auf Platz 1 finden Sie Josh Bazell mit einem aberwitzig witzigen Thriller um Mafia und Medizin: Schneller als der Tod. Eine Neuentdeckung, ein Debüt, das Sie nicht so schnell vergessen werden!
Martin Cruz Smith, den westlichen Autor, der wohl am besten über Russland schreibt, finden Sie mit seinem neuen Roman Die Goldene Meile auf Platz 3.
Über Afrika, das kommende, boomende Krimiland, schreibt der Deutsche Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals greift höchst spannend und sehr anschaulich den bis heute ungeklärten Mord an dem weißen SWAPO-Anwalt Anton Lubowski auf. (Platz 7)
Der Unheilbarkeit von Pädophilie nähert sich Arne Dahl in seinem siebten Roman um die schwedische A-Gruppe. Dunkelziffer macht nachdenklich: Liebe und Gewalt sind nicht von einander zu trennen – oder? (Platz 8)
Und Ian Rankin ist wieder mit einem neuen Serienhelden da. Malcolm Fox, Abteilung Interne Ermittlungen, hat es in seinem ersten Fall mit einem toten Schwager, fliehenden Bankern und der Liebliingsbranche britischer Kriminieller zu tun, der Bauindustrie. Ein reines Gewissen finden Sie auf Platz 9.

Hier die komplette KrimiWelt für April:

1. (-) Josh Bazell: Schneller als der Tod. S.Fischer
New York: Pietro Brwna heißt im Zeugenschutz Dr. Peter Brown und trotzt jetzt als Arzt dem Tod im Krankenhaus. Vergeblich. Das liegt am verluderten System und an seiner Vorgeschichte als Auftragskiller. Zum Brüllen intelligent: Bazell massakriert Medizin und Mafia. Viel besser als Koks. Macht schneller süchtig.

2. (1) Roger Smith: Blutiges Erwachen. Tropen bei Klett-Cotta
Kapstadt: Am Strand schnitzt ein Serienkiller an Blondinen. Zwei Tik-Junkies überfallen Waffenhändler Joe. Roxy durchlöchert Joe. Ex-Bulle Billy hat Schuldgefühle. Gangster Piper will schlitzen, was sich regt, und seinen Lover lebenslang. Kapstadt als Rassenkampf-Gierstadt: Smith splattert, trasht und junkt, dass es kracht.

3. (-) Martin Cruz Smith: Die Goldene Meile. C. Bertelsmann
Moskau: Maja flieht aus einem Provinz-Bordell in die Metropole. Trickbetrüger klauen ihr Baby. Die 15-Jährige im Fight mit Luden, Mördern, Polizei und Straßenkinderbanden. Ermittler Arkadi Renko sucht derweil einen Serienkiller. Moskau unter Putin: Gier und Gewalt. Apokalyptisch. Erschütternd.

4. (2) James Ellroy: Blut will fließen. Ullstein
Los Angeles/Las Vegas/Washington: Drei Männer auf der Jagd nach der Beute aus einem Raubüberfall. Zwei rote Göttinnen. Dazu Kokser, Rassisten, FBI, Hetzjagden, Counterinsurgency. Ellroys Abschluss der US-Unterwelt-Trilogie: Monumental-Cluster alles Bösen der Jahre 68-72. Inkommensurabel, grandios gehämmert.

5. (9) Paulus Hochgatterer: Das Matratzenhaus. Deuticke
Furth am See: Unmerklich wie im wirklichen Leben sickert das Verbrechen ins Bewusstsein derer, die es erkennen müssten. Psychiater Raffael Horn und Kommissar Kovacs zweifeln: an sich selbst, an den Methoden ihrer Profession. Gewalt gegen Kinder, Missbrauch – bei Hochgatterer eindringlich entspektakulisiert.

6. (6) Carol O’Connell: Such mich! btb
USA, Route 66: Detective Mallory, Soziopathin, kein Vorname, rollt die Mother Route lang. Voraus ein Serienkiller, der die Strecke mit Gräbern spickt. Mit ihr eine Elternkavalkade. Schilder: Wo sind unsere Kinder? Ein Rolling Stone unter den Krimis! Comeback einer phantastischen Autorin. On the Road again.

7. (-) Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals. Kindler
Windhoek: 1989 wurde der weiße SWAPO-Anwalt Anton Lubowski ermordet. Jetzt bringt jemand die Männer um, die als seine Mörder angeklagt, aber nicht verurteilt wurden. Clemencia Garise ermittelt im bis heute ungelösten Fall südafrikanischer Befreiungsgeschichte. Jaumanns Geschenk zum 20. Geburtstag Namibias: Hoffnung, Skepsis, offene Fragen.

8. (-) Arne Dahl: Dunkelziffer. Piper
Stockholm/Angermanland: Ein Mädchen verschwindet in nordischen Wäldern, wo Pädophile hausen. Das A-Team entdeckt, dass alles anders ist, als es gemeinhin scheint, als der erste Kinderschänder kopflos auf der Parkbank sitzt. Pädophilie: unheilbar. Rachedurst und Blutschande. Dahl probiert: das Schema umerzählen.

9. (-) Ian Rankin: Ein reines Gewissen. Manhattan
Edinburgh: Bauruinen, flüchtige Banker. Eine Leiche am Kanal. Malcolm Fox, Interne Ermittlungen, ist involviert: der Tote war sein Schwager. Lokale Gangster fürchten um Investments, Fox wird kaltgestellt. Glaubhafte Figuren, trockener Humor: Mit Fox beginnt Rankins Krimileben nach John Rebus.

10. (7) Pablo de Santis: Das Rätsel von Paris. Metro im Unionsverlag
Buenos Aires/Paris: Zur Weltausstellung 1889 versammeln sich DIE ZWÖLF (weltbesten) DETEKTIVE zur Detektions-Demonstration. Dabei: ihre „Adlaten“. Drei Morde fordern die Genies heraus. Intellektuell funkelnd melancholischer Abgesang auf den Detektiv, Schlüsselfigur des 19. Jahrhunderts. Mords Wortkunst.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Zeit-Kolumnist, Moderator und Sprecher der Jury der Krimiwelt, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Volker Albers, Hamburger Abendblatt, Herausgeber „Kaliber .64“, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Andreas Ammer, „Druckfrisch“, DLF, BR,, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Sven Boedecker, Sonntagszeitung Zürich; Kathrin Fischer, Hessischer Rundfunk; Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung; Michaela Grom, SWR; Lore Kleinert, Radio Bremen, Jury Bremer Krimipreis; Thomas Klingenmaier, Stuttgarter Zeitung; Ekkehard Knörer, Perlentaucher, Crime Corner, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Kolja Mensing, Tagesspiegel; Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Jan Christian Schmidt, www.Kaliber 38.de, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Jochen Schmidt, elder critic; Margarete v. Schwarzkopf, NDR; Ingeborg Sperl, Der Standard; Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises; Hendrik Werner, Die Welt; Thomas Wörtche, Titel-Magazin, Mitglied der Jury des Deutschen KrimiPreises

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