Die zehn besten Krimis im Oktober/ Andrea Maria Schenkels „Kalteis“ weiterhin auf Platz 1

An der Spitze hat sich nichts verändert, dafür gibt es in diesem Monat gleich sechs Neueinsteiger, der höchste auf Platz drei: James Sallis: Driver. Liebeskind

Hier die komplette Liste für Oktober:

1. (1) Andrea Maria Schenkel: Kalteis. Edition Nautilus.
München 1931-1939: Josef Kalteis fährt Rad, schaut ins Land und nach den Weibern. Schenkel erzählt von den fünf jungen Frauen, die er umbrachte, von ihren Träumen und Hoffnungen, von Mord und Zerstückelung. „Kalteis“ folgt auf „Tannöd“: ebenso gut, genau, erschütternd.

2. (2) Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck. Piper.
Stuttgart/Mauritius/Hawaii/Athen: Spezialermittlerin Lilli Steinbeck und der ultrafette, Kugeln abweisende Detektiv Kallimachos taumeln durchs große Spiel der Gangster/Götter. Entführer und Entführte, Schnell und Langsam, Schein und Mythos – darum geht es Steinfest dieses Mal, oder auch um die tolle weltweite Jagd.

3. (–) James Sallis: Driver. Liebeskind
Phoenix / Los Angeles: Driver ist Stuntman, immer beobachtend, immer in Bewegung. Bei Überfällen fährt er auch, sonst nichts. Bis Amateure dazwischenfunken. Da nimmt Driver den aufgezwungenen Kampf an. Bis zum Ende. Minimalistisch gehämmerter Abgesang auf den amerikanischen Helden, meisterhaft. Große Entdeckung.

4. (5) Deon Meyer: Der Atem des Jägers. Rütten&Loening
Südafrika: Als sein achtjähriger Sohn erschossen wird und die Täter entkommen, nimmt Ex-Befreiungskämpfer Thobela die Gerechtigkeit selbst in die Hand. Dem Krieger mit dem Zulu-Speer ist der alkoholkranke Benny Griessel auf der Spur. Komplexer Thriller, rasant erzählt. Südafrika: unexotisch brutal. Starkes Stück.

5. (–) Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso. Pulp Master.
El Paso/ Juárez: Uriah Walkinghorse ist nur sein Körper geblieben, Fettanteil unter 5 Prozent. Frau, Job, Familie: abgehauen, am Ende, im Sterben. Als ein Banker bei SM-Spielchen draufgeht, verwandelt sich die Welt in einen tödlichen Strudel. Bodybuilder Uriah war nie ein Held, aber ehrlich. Hart, Geheimtipp.

6. (6) Juan Damonte: Ciao Papá. Lateinamerika Verlag.]
Buenos Aires: Die Militärdiktatur tobt. Carlitos Tomassini wird 30 und hat schon Elektroden, Wasserfolter, Besenstiel und das Jesuitenkolleg hinter sich. Jetzt heißt es koksen, saufen, leben. Statt abzuhauen oder anständig zu werden, sucht Carlitos den verschleppten Sohn seiner Tante. Argentinischer Totentanz.

7. (–) Friedrich Ani: Hinter blinden Fenstern. Zsolnay.
München: Ein Unfalltod am Kreuz, ein verschwundenes Mädchen, ein erstochener Ehemann, ein Penner im Müll. Die Fäden laufen in einer Sozialsiedlung zusammen. Im zweiten Roman um Polonius Fischer, Kommissar und Ex-Mönch, geht es um schuldige und schuldlose, besessene, angstgepeinigte kleine Leute. Ani in Bestform.

8. (–) Simon Beckett: Kalte Asche. Wunderlich
Runa, Äußere Hebriden: Anthropologe David Hunter entdeckt auf der (fiktiven) Insel Runa in der Asche einer Leiche Hinweise auf Mord. Kaum hat er die Polizei auf dem Festland alarmiert, kappt ein Unwetter alle Verbindungen. Meteorologisch aufgeladene Agatha-Christie-Szenerie: Ein Insulaner muss der Mörder sein.

8. (–) Arne Dahl: Ungeschoren. Piper.
Stockholm: Mitsommer 2002. Die A-Gruppe ist verwirrt von vier Morden, die keiner der Erst-Verdächtigten begangen hat. Tätowierungen an den Leichen deuten auf Shakespeares Mittsommernachtstraum, der Täter auf den Missstand der Welt. Der Kriminalroman im Elchtest: schwedischer Edelstahl.

8. (–) John Hart: Der König der Lügen. C. Bertelsmann.
Salisbury, Rowan County: Als Vater Ezra ermordet aufgefunden wird, muss sich Work seinen Lebenslügen stellen: ein Versager mit gutem Kern, aufgerieben zwischen der Fürsorge für die labile Schwester, den Nachstellungen der Justiz und dem übermächtigen Vaterbild. Mannwerdung unter spanisch Moos.

Die Oktober-Ausgabe der KrimiWelt-Bestenliste wird auch im NordwestRadio (heute live mit Jurysprecher Tobias Gohlis zwischen 8:05 und 9:00 Uhr und am So. in der „Literaturzeit“ zwischen 15:00-16:00 Uhr), unter www.arte.tv/krimiwelt mit Kommentaren des Jurysprechers, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Infos zu Büchern und Autoren („Krimiautoren A-Z“) sowie in der Literarischen Welt vorgestellt.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.