Im Juli auf Platz 1: Arnold Stadler

1. (-) 93 Punkte

ARNOLD STADLER: Komm, gehen wir
Eine Liebesgeschichte
Roman. S. Fischer Verlag, 395 Seiten, EUR 18,90
mittelschwere Lektüre

Nur zum Bräunen sind Rosemarie und Roland nach Capri gefahren. Und dann treffen sie Jim. Am Anfang ihrer Liebesgeschichte zu dritt steht die Erfüllung. Und dann beginnt schon die Erinnerung und das Warten darauf, dass es wieder so wird, wie es einmal gewesen ist – für einen ganz kurzen Augenblick.

2. (3.) 86 Punkte

NICOLAS BORN: Briefe 1959-1979
Herausgegeben von Katharina Born.
Wallstein Verlag, 663 Seiten, EUR 34,00
leichtere Lektüre

Der früh verstorbene Autor auf dem Weg zu einem Klassiker der Nachkriegsmoderne. Nach den Gedichten jetzt die Briefe und Briefwechsel: mit Peter Handke, Günter Kunert, F.C. Delius, Günter Grass, Rolf Dieter Brinkmann, Dieter Wellershoff, …

3. (-) 56 Punkte

THOMAS VON STEINAECKER: Wallner beginnt zu fliegen
Roman. Frankfurter Verlagsanstalt, 367 Seiten, EUR 19,80
mittelschwere Lektüre

„Steinaecker hat einen Familienroman geschrieben, der nicht, wie gewohnt, verschiedene Etappen der Vergangenheit aufrollt, sondern dieselben in die Zukunft verlagert. Er entfaltet in einer rasanten Ästhetik der Gleichzeitigkeit eine satirisch zugespitzte Pop- und Fernsehwelt.“ (Helmut Böttiger)

4. (-) 38 Punkte

JONATHAN LETHEM: Du liebst mich, du liebst mich nicht
Roman. Aus dem Amerikanischen von Michael Zöllner.
Tropen Verlag, 256 Seiten, EUR 19,80
leichtere Lektüre

Lucinda ist Sängerin und arbeitet bei einer Beschwerdehotline. Irgendwann trifft sie sich mit einem der Dauernörgler. Sie verlieben sich. Seine Nörgeleien gibt Lucinda dem Texter ihrer Band, damit der seine Schreibblockade überwindet. Doch jetzt will der verliebte Nörgler auch noch in die Band aufgenommen werden…

5. (9.) 36 Punkte

HANS-JOACHIM SCHÄDLICH: Vorbei
Drei Erzählungen
Rowohlt Verlag, 158 Seiten, EUR 16,90
mittelschwere Lektüre

Der Schriftsteller Stevenson, der Kunsthistoriker Winckelmann, der Komponist Rosetti: Drei Künstlererzählungen um finanzielle Not und den denkbar schlechtesten Augenblick des Todes.

6.-7. (-) 34 Punkte

SABINE GRUBER: Über Nacht
C.H. Beck Verlag, 239 Seiten, EUR 17,90
mittelschwere Lektüre

„Ein Lob der Dichterin! Man kann das Buch zudem unter ethischen Gesichtspunkten lesen, etwa was die Frage nach der Legitimität von Organtransplantationen angeht, nach ihren Bedingungen und ihren Folgen. Und eine religiöse Frage stellt es auch: Was nämlich ist mit der Auferstehung der Toten am Tag des Jüngsten Gerichts?“ (Hubert Winkels)

6.-7. (8.) 34 Punkte

SJÓN: Schattenfuchs
Roman. Aus dem Isländischen von Betty Wahl.
S. Fischer Verlag, 126 Seiten, EUR 16,90
leichtere Lektüre

Sjón alias Sigurjón B. Sigurdsson hat für Lars von Trier und Björk geschrieben, sein schmaler Roman erzählt von einer Jagd, vom Jagdfieber, von der Verwandlung des Jägers in ein besonnenes Tier. Und vom Tod der Tochter und dem Unwillen, sie der Kirche zu überlassen.

8. (-) 30 Punkte

MARICA BODROŽIĆ: Sterne erben, Sterne färben
Meine Ankunft in Wörtern
Suhrkamp Verlag, 153 Seiten, EUR 8,00
mittelschwere Lektüre

1982, mit neun Jahren kommt die Autorin aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Sie lernt die Sprache tragen wie „ein wärmendes Kleidungsstück“, ohne ihre Widerstände zu vergessen, das Kratzen auf der Haut.

9.-10. (-) 27 Punkte

JOSEF HASLINGER: Phi Phi Island
Ein Bericht
S. Fischer Verlag, 204 Seiten, EUR 17,90
mittelschwere Lektüre

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Josef Haslinger hat das Paradies überlebt. Er erzählt von den Verheerungen des Tsunami von 2005 auf einer der schönsten thailändischen Inseln, denen er und seine Familie glücklich entronnen sind, und erinnert uns – faktentreu und unpathetisch – daran, dass wir die Dinge nicht in der Hand haben, auch wenn wir daran glauben müssen, um existieren zu können.“ (Julia Schröder)

9.-10. (1.) 27 Punkte

PETER KURZECK: Oktober und wer wir selbst sind
Roman. Stroemfeld Verlag, 207 Seiten, EUR 19,80
mittelschwere Lektüre

Alltage des Jahres 1983: Peter, der Erzähler, seine Frau, sein Kind. Nahberichte, die sich zu einem Kosmos fügen.

Persönliche Empfehlung im Juli von Hajo Steinert (Köln)

CHRISTOPH NEIDHART: Die Nudel
Eine Kulturgeschichte mit Biss
Illustriert von Günter Mattei.
Deuticke Verlag, 320 Seiten, EUR 24,90

„Spätestens von dem Moment an, da der Autor, getarnt als „junger Nudelmacher“, eine dicke bleiche Masse auf den großen Tisch in der Küche legt, das Ganze mit einem feuchten Tuch abdeckt, etwas Lauge darauf träufelt, seine Finger in eine in Schale Sesamöl dippt, mit ihnen die Teigwurst in die Länge zieht, um dann äußerst sensibel daran herumzukneten, merkt der geneigte Leser, dass in der Nudel ein eminent erotisches Potential steckt, welches der Autor, der die überaus spannende Weltgeschichte der Nudel erzählt, stilsicher auskostet. So viel, so delikat, so würzig wurde noch nie über den globalen Siegeszug der Teigware erzählt.“ (Hajo Steinert)

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