Nord-Süd-Lektorat bezieht Stellung in der Diskussion um den Deutschen Jugendliteraturpreis

In die von bohem press-Verleger Otakar Bozejovsky von Rawennoff angestoßene Diskussion um den Deutschen Jugendliteraturpreis [mehr…], [mehr…], [mehr…] greifen nun auch Brigitte Hanhart Sidjanski und Mladen Jandrlic vom Lektorat des Nord-Süd-Verlags mit einem offenen Brief ein:

„Mit seinem offenen Brief zur Auswahlliste für den diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis hat der bohem press Verleger Otakar Bozejovsky von Rawennoff Fragen aufgeworfen, die auch uns beschäftigen. Wir unterstützen seinen Standpunkt und teilen seine Zweifel.
Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird verliehen, um das gute, qualtitätsvolle Bilderbuch, das es im Handel zunehmend schwer hat, zu würdigen und zu unterstützen. Wenn die Auswahl nach Kriterien getroffen wird, die weder der Buchhändler noch der Kunde nachvollziehen können, so schadet sie mehr, als sie nützt. Denn so wird der in der Szene ohnehin gehegte Verdacht, preiswürdig ist zugleich unverkäuflich, erhärtet. Und das dient niemandem, letztlich auch nicht den nominierten Büchern.
Es befremdet uns, dass ausgerechnet dem bohem press Verleger unterstellt wird, er habe aus persönlichen Motiven gehandelt. Bohem press ist dafür bekannt, die Qualität konsequent vor den Kommerz zu stellen und junge Illustratoren zu fördern.
Herr Bozejovsky von Rawennoff hat offen ausgesprochen, was ­ wie wir überzeugt sind ­ viele Verleger denken. Statt ihm über den Mund zu fahren, sollten wir ihm dankbar sein ­ auch dann, gerade dann, wenn wir nicht in allen Punkten mit ihm übereinstimmen.
Nützlicher als kleinliche Unterstellungen wäre eine offene, faire Diskussion. Nicht über die eine oder andere Preisentscheidung, sondern über den generellen Trend beim Deutschen Jugendliteraturpreis. Gute Bilderbücher sind die erste Gelegenheit, das Kind an die Kunst heranzuführen. Solche Bücher zu machen und herauszugeben, ist eine so spannende wie verantwortungsvolle Aufgabe. Wir können sie nur bewältigen, indem wir einander zuhören und auch dann, wenn wir nicht einer Meinung sind, die Sache, um die es letztlich geht, nicht aus den Augen verlieren.“

Nord-Süd Verlag AG
Lektorat
Brigitte Hanhart Sidjanski und Mladen Jandrlic

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