Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Das ist eine Entdeckung“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Eine Reaktion auf die weiße Tyrannei“: Politik und Ästhetik gehören bei dieser Musik zusammen: Peter Kemper verknüpft auf überzeugende Weise die Emanzipationsgeschichte der Afroamerikaner mit der Entwicklung des Jazz. „Dabei ist Sound of Rebellion weit mehr als nur eine beeindruckende Fleißarbeit. Kemper widmet sich den wichtigsten Jazzinnovatoren aus hundert Jahren, lässt die sozialen Verhältnisse ihrer Epoche lebendig werden, verortet sie über schriftliche und verbale Äußerungen (rassen-)politisch und verknüpft ihre Haltung mit ihren ästhetischen Konzepten, mit denen sie sich von ihren Vorgängern abgrenzen.“

  • Peter Kemper, The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz. (Reclam Verlag)

„Die ansteckende Diktaturkrankheit“: Das ist eine Entdeckung: ein Roman über den gesellschaftlichen Zustand des Dritten Reichs. Karl Alfred Loesers Requiem erzählt auf mehreren Genre-Ebenen von einem jüdischen Musiker.“Loesers Roman ist gelungen, weil er den Geist der Dreißigerjahre abbildet. Der gesellschaftliche Zustand wird zum Wasserzeichen des Textes. Das Unrecht der Zeit hat der Autor exemplarisch anhand des Geschehens um Erich Krakau dargestellt.“

  • Karl Alfred Loeser, Requiem. Roman. (hrsg. und Nachwort von Peter Graf; Klett-Cotta)

„Lübeck in kürzeren Sätzen“: Inger-Maria Mahlke scheut in ihrem Epos Unsereins nicht die Kollision mit Thomas Manns Buddenbrooks, aber glücklicherweise seinen Stil. „Schon früher ist Mahlke für ihre atmosphärisch starken Detailschilderungen gerühmt worden: Hier sieht man die prächtig ausgestattete Verfilmung förmlich vor sich, zumal die lockere, elegante Episodenprosa im Präsens sich leicht in ein Serienskript umwandeln ließe. Und der Drohnen-Blick auf die Stadt, der zu Beginn und am Schluss wirkungsvoll imaginiert wird, scheint Derartiges direkt vorzubereiten.“

  • Inger-Maria Mahlke, Unsereins. Roman. (Rowohlt)

„Variantenreich und voller Atmosphäre“: Ein Bildband zeigt das Werk des großen österreichischen Fotografen Sepp Dreissinger. „Dreissinger hat nun ein fast zentnerschweres Buch vorgelegt, dass einen Querschnitt seines jahrzehntelangen Schaffens bildet. 365 Portraits heißt es, und was klingt wie die endlose Wiederholung des Immergleichen, ist in Wirklichkeit eine an Bach und Beethoven erinnernde Vielfalt in der Einheit. Das ist auch kein Wunder, denn Dreissinger hat erst Musik am Mozarteum in Salzburg studiert, ehe er mit dem Fotografieren anfing. Er kennt Harmonien und Rhythmen, weiß um die Notwendigkeit des Wechsels in der Komposition.“

  • Sepp Dreissinger, 365 Portraits. (Album Verlag)

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