Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Der nachgelassene Roman von Gabriel García Márquez „ist viel mehr als ein Fragment“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Unerwünscht in Sowjetrussland“: Historisch inakkurat, aber gut: Michael Köhlmeier lässt seine Heldin in Das Philosophenschiff auf Lenin treffen. „Die Mischung aus klassischem Erzählen in der Kombination mit dem guten alten (Auto-)Fiktionsspiel sorgt bei Kritikern wie Publikum ziel­sicher für Begeisterung. Hier fällt das Urteil zwar etwas weniger überschwänglich aus, aber dennoch: Michael Köhl­meier hat mit Das Philosophenschiff einen (weiteren) lesenswerten Roman vor­gelegt.“

  • Michael Köhlmeier, Das Philosophenschiff (Hanser Verlag)

„Auf den Schultern invasiver Ahnen“: Der Populationsgenetiker Lluís Qintana-Murci zeichnet die globale Verbreitung der Menschheit nach. „Dass in unserem Genom mit seinen drei Milliarden Buchstaben stets derselbe und doch immer wieder ein anderer Text steht, ist ein Paradox, das in diesem Buch mit Beispielen und Daten klar und verständlich umkreist wird.“

  • Lluís Quintana-Murci, Die große Odyssee. Wie sich die Menschheit über die Erde verbreitet hat. (aus dem Französischen von Elisabeth Ranke; C. H. Beck)

„Denkst du, dass du den Schmerz erfunden hast?“: Deutschsein heißt nicht Weißsein: Mirrianne Mahn erzählt darüber in ihrem Debütroman Issa. „Ein Familienroman, ja, aber ein ungewöhnlicher. Einer, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die nach Kamerun zurückkehrt, wo sie die ersten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Der Anlass ist ernst, ihre Mutter hat sie geschickt, denn sie ist schwanger, noch dazu unverheiratet, und ohne den Vollzug der erforderlichen Rituale steht aus Sicht der Angehörigen nicht nur das Leben des Ungeborenen auf dem Spiel.“

  • Mirrianne Mahn, Issa (Rowohlt Verlag)

folgt

„‚Wenn es nur Natur gäbe, gäbe es keinen Sinn’“: Der Theologe Manfred Lütz im Interview über sein neues Buch über Rom und Kunst, die Bedeutung antiker Bildnisse und die Kraft der eigenen Anschauung.

  • Manfred Lütz, Der Sinn des Lebens (mit einem Geleitwort von Elke Heidenreich; Kösel)

„Die Liebe in späteren Jahren“: So zart und sensationell: Der nachgelassene Roman Wir sehen uns im August von Gabriel García Márquez. „Wir sehen uns im August ist viel mehr als ein Fragment. Es ist ein Buch über die Veränderung der Liebe in späteren Jahren, über die Lust einer Frau, die auf die 50 zugeht. Nachdenklichkeit und Humor sind hier bestrickend austariert. Und Gabriel García Márquez wusste, wo er hin wollte mit seinem Buch: Der Schluss hält eine tolle Überraschung bereit.“

  • Gabriel García Márquez, Wir sehen uns im August. Roman. (a. d. Span. v. Dagmar Ploetz; Kiepenheuer & Witsch)
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