Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Ein großartiges Weihnachtsgeschenk“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Wiehernde Erzengel galoppieren ins Paradies“: Der Kunsthistoriker Uwe Fleckner hat einen Roman geschrieben, der die Suche nach Franz Marcs verschollenem Gemälde Turm der blauen Pferde aufnimmt.“Um die schon manische Fixierung seines Protagonisten auf dessen Lebens­thema darzustellen, entfaltet Fleckner enorm kenntnisreich ein vielschichtiges Panorama, in dem ihm das Kunststück gelingt, einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und die Leser in dessen vielfältige Verflechtungen zu involvieren.“

  • Uwe Fleckner, Im Schatten der Blauen Pferde. Roman. (C. Bertelsmann)

„Schon mal einen Mauerspecht in freier Wildbahn gesehen?“: Von Vatermördern, Sit-ins und Backfischen: Hans Jürgen Heringer kommentiert Schlüsselwörter des vergangenen Jahrhunderts. „Doch so facettenreich Heringers Auswahl ist – das Vergnügen an der Lektüre der Wortgeschichten wird durch seinen Stil getrübt. Der Autor liebt rhetorische Fragen, verkürzte Sätze und grammatische Aussparungen. Warum das? Soll einen Plauderton simulieren. Verdunkelt aber oft den Sinn. Außerdem anstrengend zu lesen. Ist eben ein Buch. Kein Gespräch. Gravierender ist, dass sich dieser sprunghafte Duktus auch auf die Inhalte auswirkt.“

  • Hans Jürgen Heringer, 100 Jahrhundertwörter. (Königshausen & Neumann Verlag)

„Wider den Mangel“: Kurt Drawerts neues Buch über Literatur ist ein Kompositionswunder: Zu Texten aus mehr als drei Jahrzehnten kommen auch noch Fotografien von Ute Döring, der Frau des Schriftstellers. „Tatsächlich ergänzen sich die unterschiedlichen Formen zu einem Buch, das wie ein Roman gelesen werden kann, nur dass dessen Akteur das literarische Interesse des Autors ist. Die große Abwesenheit macht Kurt Drawerts Blick auf sein Metier präsent.“

  • Kurt Drawert, Die große Abwesenheit. Essays. Reden. Figuren der Literatur. (mit Fotografien von Ute Döring; Spector Books)

„Die Hölle sind wir“: Im neuen Band der Krimi-Reihe von Robert Galbraith, aka J. K. Rowling, kämpft der Detektiv gegen eine düstere Sekte. „Das strömende Grab ist sicher nicht der beste Strike-Roman. Dafür ist das Buch mit seinen fast 1300 Seiten einfach zu langatmig. Die Interviews, in denen die Detektive Beweise dafür sammeln, wie böse die UHC ist, hätten gerne rigoroser gekürzt werden können. Und der historische Hintergrund des Brexit-Referendums ist verschenkt. Doch für Fans von Rowlings immersivem Stil und ihren zwischen Romanze und Noir oszillierenden Storys bleibt dennoch mehr als genug Spannung übrig.“

  • Robert Galbraith, Das strömende Grab (Blanvalet)

„Die Einzigartige“: Sängerin, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin – und dann macht sie auch noch Politik. Barbra Streisand hat ihre Autobiografie geschrieben. „Es ist sehr reizvoll, wie Streisand in My Name is Barbra das Divenhafte einerseits dekonstruiert – die Schwierigkeit mit ihr bestand eben oft nur darin, dass sie eine Frau ist – und sich andererseits dann doch wieder zeigt: Es ist gar nicht so leicht, den Ruhm abzuschütteln.“

  • Barbra Streisand, My Name is Barbra. (Viking Press)

„Einmal um die ganze Welt“: Wolfgang Behringer hat den Prototyp einer konsequent nicht-eurozentrischen und doch europafreundlichen Globalgeschichte geschrieben. „Kurz gesagt: Wolfgang Behringers löst seinen Anspruch einer multizentrischen Darstellung der Frühen Neuzeit in überbordender Fülle ein. Der große Aufbruch ist der Prototyp einer konsequent nicht-eurozentrischen, aber zugleich deutlich europafreundlichen Globalgeschichtsschreibung.“

  • Wolfgang Behringer, Der große Aufbruch – Globalgeschichte der
    frühen Neuzeit (C.H. Beck)

„‚Ich habe das Ausmaß der antijüdischen Stimmung unterschätzt’“: Die Soziologin Julia Bernstein im Interview über deutsche Diskussionen und Vergleiche – und darüber, was sich seit dem 7. Oktober verändert hat.

  • Julia Bernstein, Zerspiegelte Welten. Antisemitismus und Sprache aus jüdischer Perspektive. (Beltz)

„Ein Blick auf unsere Verwandtschaft“: Nein, der Band Menschenaffen wie wir ist keineswegs neu – aber ein unwiderstehliches Geschenk. „Ein großartiges Weihnachtsgeschenk. Aber vergessen Sie nicht, es erst sich selbst zu schenken.

  • Jutta Hof, Volker Sommer, Menschenaffen wie wir – Porträts einer Verwandtschaft (Edition Panorama)
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