Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Eine „phantastische, aber zu lange in Vergessenheit geratene Erzählung“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Nachhaltige Nichtnachhaltigkeit“: Die ökologische Linke im Visier: Ingolfur Blühdorn macht sich an die Sondierung innerer Widersprüche des ökoemanzipatorischen Projekts. „Was ist von dieser Diagnose zu halten? Sie hat sicher gewisse Schwächen dort, wo sie den Angriff auf überkommene Verständnisse der Demokratie einseitig und fast ein wenig monomanisch der ökologischen Linken anlastet.“

  • Ingolfur Blühdorn, Unhaltbarkeit. Auf dem Weg in eine andere Moderne. (Suhrkamp Verlag)

„Also doch kein Machwerk?“: O Isis und Osiris: Laurenz Lütteken unterzieht die „Zauberflöte“ einer sehr subtilen Interpretation.

  • Laurenz Lütteken, Die Zauberflöte. Mozart und der Abschied von der Aufklärung. (C. H. Beck Verlag)

„Appius oder über die Erziehung“: Was erfahren wir von einem sprechenden Menschenaffen? G. E. Trevelyans phantastische, aber zu lange in Vergessenheit geratene Erzählung gibt die Antwort. „In der Komik der durchgehend realistisch erzählten Erziehungsgeschichte versteckt sich der Tiefsinn subtil und unästhetisiert. Einmal jedoch den interpretativen Spatenstich angesetzt, steckt man tief im Treibsand freigelegter Menschheitsfragen: Ist denn Freiheit erst die Basis der Erziehung, oder weiß erst das erzogene Wesen, Freiheit wahrzunehmen? Beweist erst die Fähigkeit, sprachliche Grammatik zu beherrschen, ein menschliches Welt­verständnis?“

  • G. E. Trevelyan, Appius und Virginia. Roman. (aus dem Englischen von Renate Haen, Nachwort von Ann Cotten; Manesse Verlag)

„Ändere dich“: Alle reden gerade über die Wechseljahre. Miranda July macht in ihrem Roman Auf allen vieren daraus einfach große Kunst. Ein Anruf bei der Autorin in Los Angeles.

„Mit dem Hammer dichten“: Wenn man in die Welt hineinruft wie Alexandru Bulucz, schallt es in den buntesten Tönen zurück. Sein neuer Band Stundenholz und die unvergleichliche Resonanz seiner Lyrik. „Ob es nun eine große Stille ist, die dort aufsteigt, oder ein lautes Lachen über die Verbindungen zwischen Lüge, Leichtigkeit und Licht, oder ein Klangleiter, der ins Himmlische führt – wohin das Stundenholz auch führt, man lässt sich gerne von Bulucz’ Gedichten den Weg weisen.“

  • Alexandru Bulucz, Stundenholz. Gedichte. (Schöffling)

„‚Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun’“: Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar über die Proteste an Universitäten heute und in den 1960er Jahren und die Folgen von Polizeieinsätzen auf dem Campus.
  • Wolfgang Kraushaar, Israel: Hamas – Gaza – Palästina. (CEP Europäische Verlagsanstalt)

„Jetzt noch alleiner?“: Friedrich Anis Kriminalroman Lichtjahre im Dunkel über Menschen, die in kleinen Leben feststecken. „Es ist, als habe Friedrich Ani diesmal zwei seiner meist schmalen Romane in einen gepackt. Dazu einen Rahmen, der die ganze Geschichte in die Vergangenheit legt, einen Rahmen, in dem seine seit 1998 ermittelnde und nach Verschwundenen suchende Figur Tabor Süden im Prolog feststellt, dass er alt geworden ist, am Ende grübelt, ‚dass so viel Zeit vergangen sein sollte‘. Melancholisch ist also der Ton.“

  • Friedrich Ani, Lichtjahre im Dunkel. Roman. (Suhrkamp)

„Arbeit wider das Vergessen“: Er findet nicht alles gut, was derzeit in der Literaturstadt Frankfurt passiert, und definitiv ist er kein Feierbiest. Aber was sein muss, muss sein: Heute ist der 70. Geburtstag von Klaus Schöffling, wir gratulieren herzlich und hochachtungsvoll. „Einem Mann, der nun wirklich kein Feierbiest ist. Einem aber, der ruhig und überlegt seinen Ende 1993 gegründeten Verlag in die erste Reihe der deutschen Literatur-Häuser geführt hat.“

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