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Libro trennt sich von Lion – im August endgültiger Rückzug aus Deutschland

Endlich mal etwas fast Amtliches im Tauziehen um Libro: Das Unternehmen will mit seiner 67-Prozent-Tochter Lion.cc nichts mehr zu tun haben. Der Anteil soll so schnell wie möglich verkauft werden. Die Suche nach einem Käufer muss deswegen intensiviert werden. Denn auch die deutsche WAZ-Gruppe, 33-Prozent-Eigentümer und Stimmrechtsmehrheit-Inhaber, will schleunigst raus. Inoffizielle Quellen sprechen von drei Interessenten: die Mediaprint (interessanterweise zur Hälfte im WAZ-Eigentum), die Verlagsgruppe Styria – sie entscheidet heute über ein Angebot für Libro-Gesamt und der Telekommunikationsanbieter UTA – der zuletzt Übernahmegerüchte dementiert hatte. Wenn ein Verkauf nicht möglich ist, dann bleibt wohl nur der Konkurs für Lion. Lion sei quasi illiquid, da die WAZ die Finanzierungsvereinbarung aufgekündigt habe. Die so genannte Cash-Burn-Rate bei Lion, der negative Cash-Flow pro Monat, liege nach wie vor bei 15 Mio. S (1,1 Mio. ?). In Summe habe Lion seit dem Start des Internetgeschäfts knapp eine Milliarde Schilling verbraten. Auch jetzt verursache vor allem die Logistik enorme Kosten. Die Unternehmensberatung Roland Berger lieferte mit einem Gutachten die Basis für die Sanierung. Darin werden dreißig Libro-Filialen und sechs Amadeus-Häuser vorläufig zur Schließung empfohlen. Mitte August soll die konkrete Zahl feststehen, ebenso wie jene der abzubauenden Mitarbeiter. Das im Endeffekt 900 Millionen S teure Deutschland-Abenteuer mit 19 Filialen wird bis August endgültig beendet sein, die Gesellschaft wird liquidiert.

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