Home > ARCHIV > DVA weist auch F.A.Z-Kritik von gestern zurück

DVA weist auch F.A.Z-Kritik von gestern zurück

In der gestrigen Ausgabe der F.A.Z hat sich auch Professor Henning Köhler in die Debatte um Sebastina Haffners Buch „Geschichte eines Deutschen” eingeschaltet. Anlass für DVA Verleger Jürgen Hornach, auch dazu eine Erklärung abzugeben, die wir hier ungekürzt widergeben: »Mit Verwunderung hat die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) den Artikel von Prof. Henning Köhler „Anmerkungen zu Haffner“ in der F.A.Z. vom 16. August 2001 zur Debatte um Sebastian Haffners Buch „Geschichte eines Deutschen“ zur Kenntnis genommen, in dem Behauptungen aufgestellt werden, die nicht belegt und nicht bewiesen werden. Die DVA beschränkt sich hier auf drei Behauptungen von Prof. Köhler, die – nachdem die Vorwürfe von Prof. Jürgen Paul inzwischen widerlegt wurden – die erschreckende Fahrlässigkeit illustrieren, mit der auch dieser Autor zu Werke geht. 1. Prof. Köhler behauptet, das Buch enthalte keinen Copyright-Vermerk des Verlages, sondern lediglich der Erben, weil dem Verlag das Manuskript vielleicht zweifelhaft erschien. Außerdem habe der Verlag möglicherweise nie die Frage nach dem Original gestellt.Diese Behauptungen sind unwahr. Bei einem Blick in das Impressum hätte Herr Prof. Köhler seit der 1. Auflage über alle bisherigen Auflagen hin folgenden Copyright-Vermerk finden können: ? 2000 Sarah Haffner und Oliver Pretzel, ? 2000 Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart / München. Der Verlag hatte keinen Zweifel an der Druckvorlage und keinen Grund für einen Zweifel. Der Verlag hat die Frage nach dem Original gestellt, das sich zu dem Zeitpunkt, als der Verlag mit den Erben Sebastian Haffners über eine Veröffentlichung des Buches sprach, längst im Bundesarchiv in Berlin befand. Da die Kopien der Erben direkt vom Bundesarchiv selbst stammten, gab es auch hier keinen Grund, an der Herkunft und der Authentizität des Manuskriptes zu zweifeln. Die DVA weist die Unterstellungen von Prof. Köhler zurück. 2. Prof. Köhler behauptet weiterhin, daß Haffner den Typoskriptdurchschlag bewußt in den letzten Jahren seines Lebens als posthumes Werk und als Überarbeitung eines früheren Textes konzipiert habe. Damit unterstellt Prof. Köhler der öffentlichen Person und dem äußerst bekannten Publizisten Sebastian Haffner eine über Jahrzehnte andauernde Beschäftigung damit, wie er das Publikum mit diesem Text hätte irreführen können, auch in Zeiten, nämlich den letzten Jahren seines Lebens, in denen er zur Umsetzung solcher Vorhaben gesundheitlich gar nicht mehr in der Lage war. Warum hätte Haffner dies tun sollen? Zu welchem Zweck? Warum hätte er durch ein solch riskantes Täuschungsmanöver seine Reputation als einer der herausragenden Intellektuellen in der Bundesrepublik riskieren sollen? Prof. Köhler führt für seine Behauptung nicht einen einzigen Beweis an, beschädigt aber das Ansehen des verstorbenen Autors, der selbst keine Stellung mehr nehmen kann. Der Berliner Verleger Wolf Jobst Siedler schrieb am 6.11.2000 an die DVA, wie der Verlag dazu stehe, daß die „Geschichte eines Deutschen“ bereits 1941 in englischer Übersetzung in den Vereinigten Staaten erschienen sei. Prof. Henning Köhler habe den Band in der Hoover-Bibliothek gesehen. Es gab keine veröffentlichte englische Übersetzung des Manuskripts und es gibt sie bis heute nicht. Eine einfache Recherche bei der Hoover-Bibliothek hätte Prof. Köhler dies zeigen können. Prof. Köhler hat demnach im Herbst 2000 die Entstehung und den Abschluß des Textes von Sebastian Haffner auf die Zeit vor 1941 datiert. In dem F.A.Z.-Artikel vom 16. August 2001 behauptet derselbe Prof. Köhler nun, Haffner habe das Manuskript erst in seinen letzten Lebensjahren abgeschlossen. Prof. Köhler hat zu keinem Zeitpunkt mit dem Verlag Kontakt aufgenommen und um Informationen gebeten. Das Original-Typoskript ist inzwischen vom Bundesarchiv an das Bundeskriminalamt überstellt worden. Laut Aussage des Bundeskriminalamtes wird die Prüfung jedes einzelnen Blattes einige Wochen in Anspruch nehmen. Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) Jürgen Horbach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert