Im Mittelpunkt der 17. Göteborger Buch- und Bibliotheksmesse (13.-16. September 2001) stand in diesem Jahr die Literatur Norwegens. 24 Autoren und Kulturrepräsentanten Norwegens nahmen an der diesjährigen Messe teil, so viele wie nie zuvor.
Wichtige Schwerpunkte waren ausserdem die Literatur der Samen, Bücher über Architektur und als neuer Programmpunkt: ein 200 Quadratmeter grosser Treffpukt für Jugendliche, auf dem Theatervorstellungen, Zeitungs- und Fernsehredaktionen, Tanz, Rapp, Lesungen und Seminare für und mit Jugendlichen stattfanden.
Die Bok & Bibliotek ist seit 17 Jahren der größte Treffpunkt aller literarisch Interessierten des Nordens. 1985 startete die Messe als reine Bibliotheksmesse mit ca. 5000 Besuchern, bereits 1986 stellten auch Verlage und Buchhandlungen ihre Produkte aus. In diesem Jahr konnte die Messe mit 107 085 Besuchern einen Besucherrekord verzeichnen (2000: 105 628; 1995: 97 000). Besonders auffällig ist, dass 2000 mehr Kinder- und Jugendliche als im Jahr zuvor die Messe besucht haben.
Die Messe ist jeweils ab Donnerstag morgen für Fachbesucher wie Bibliothekare, Verlagsleute, Buchhändler oder Lehrer, ab Freitag Mittag auch für das allgemeine Publikum geöffnet. Tagsüber fanden Autorenlesungen, Talk-shows oder Seminarien statt, die teilweise mit 200 und mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern völlig ausgebucht waren. Die Themen reichten von der Präsentation verschiedener Autorinnen und Autoren, Seminarien über Krimiautoren, „Wie verbessere ich mein Manuskript“ bis zur Vorstellung einzelner Projekte, wie z.B. dem neuesten Computerspiel Sven Norquists mit Petterson und Findus, das in Schweden und Deutschland gleichzeitig Ende Oktober auf den Markt kommen wird. Besonders viele Seminare wurden zum Thema Leseförderung in Schulen und Bibliotheken angeboten.
Die Göteborger Buchmesse ist im Gegensatz zur Frankfurter Messe eine Verkaufsmesse, bei der die Bücher zum Teil zu enorm verminderten Preisen abgegeben werden. In diesem Jahr haben viele Verleger die vom schwedischen Reichstag im Herbst geplante Steuersenkung bei Büchern von derzeit 25% auf 6% zum Anlass genommen, diesen Rabatt den Besuchern bereits jetzt auf der Messe einzuråumen.
Natürlich stand die Messe auch unter dem Einfluss des grausamen Flugzeugattentats auf das World Trade Center in den USA. Gleich zu Beginn der Messe verfassteten die Messeleitung gemeinsam mit der schwedische Kirche, die schwedischen katolischen Kirche, der jüdischen Vereinigung und Schwedens Verein der Muslime ein Manifest gegen den Terrosismus.
Spontane Diskussionsrunden über die Lage in Afganisthan und den USA waren vollbelegt. Auf Grund des eingestellten Flugverkehrs in den USA konnten einige Autoren wie Jeanette Winterson, Norman Finkelstein oder die Preisträgerinnen des schwedischen Peter-Pan-Preises Cari Best und Giselle Potter nicht aus den USA anreisen.
Auch die deutsche Literatur wurde in einigen wenigen Seminaren präsentiert. So organisierte das Goethe-Institut Inter Nationes mehrere Vorträge und Diskussionsrunden über die neuesten Trend in Deutschland. Dabei ging es vor allem um Literaten wie Karen Duve, Brigitte Kronauer, Martin Walser, Hans-Ulrich Treichel, Robert Menasse oder Werner Fritsch.
Anna Falck, die Direktorin der Göteborger Buchmesse, bedauerte es sehr, dass nur vier deutsche Aussteller (von insgesamt 723 Ausstellern) dabei waren. Besonders die Lehrer, meinte sie, würden es sehr begrüßen, wenn mehr deutsche Verlage mit dabei wären.
Aber dies lässt sich nachholen. Die nächste Göteborger Bok & Bibliotek findet vom 19. – 22. September 2002 statt und Anna Falck und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen gerne – auch auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie präsent sein werden – Anmeldungen entgegen.