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Bertelsmann Gewinn durch Verkäufe, nicht aus operativem Geschäft / Gute Finnazlage / Verkauf von BertelsmannSpringer eindeutig dementiert

Noch ein paar Fakten zur gestrigen Bilanzpressekonferenz der Bertelsmann AG: [mehr…] Wie schon vorher spekuliert, ist die Profitabilität des Unternehmens in den Kerngeschäften gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken: Dass Bertelsmann trotz des Drucks auf das Stammgeschäft insgesamt einen Ergebniszuwachs von knapp 80 Prozent auf 3,16 Mrd. Euro melden konnte und von einem „Rekordergebnis“ sprach, verdankt der Konzern laut Financial Times Deutschland, nicht seinem operativen Geschäüft, sondern einem Verkauf, den Middelhoff im Jahr 2000 abgeschlossen hat: Nach der Fusion von AOL und Time Warner hatte Bertelsmann den Ausstieg aus AOL Europe eingeleitet, was sich im Rückblick als geniale Entscheidung entpuppte: Wegen der Interneteuphorie hatte er einen Irrsinspreis erzielt, der nun erst nach und nach in die Kassen fließt. Im letzten Geschäftsjahr waren das allein 3,5 Mrd. Euro. Dass der Gesamtgewinn trotzdem niedriger ist, liegt an den Verlusten der Internetgeschäfte von 888 Mio. Euro, die jetzt drastisch zurückgefahren werden sollen. Kein Wunder: Allein im Bereich BOL hat Bertelsmann geschätzt zwischen 400 und 500 Mio. Euro versenkt, wie Branchenkenner schätzen.

Trotzdem ist der Konzern „extrem gut finanziert“, was ihn unanghängig vom Kapitalmarkt macht und will weiter zukaufen, etwa in der Buchsparte Random House. Das defizitäre Musikgeschäft soll ebenso wie das Clubgeschäft im nächsten Jahr wieder Gewinne sprudeln lassen, wenn der Umbau und die Neuausrichtung abgeschlossen ist. Keine leichte Aufgabe, denn allein bei den Clubs liegt derzeit noch der Verlust bei rd. 54 Mio. Euro. Klare Absage übrigens an Gerüchte, dass die defizitäre Musiksparte oder auch die Fachinfo-Tochter BertelsmannSpringer verkauft würden.

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