Home > ARCHIV > Studie: Über die Hälfte der Buchhandlungen in den roten Zahlen

Studie: Über die Hälfte der Buchhandlungen in den roten Zahlen

Um den Schweizer Buchhandel ist es nicht gut bestellt. Eine Studie des Schweizerischen Instituts für gewerbliche Wirtschaft an der Universität St. Gallen, die im Auftrag des Buchhändlerverbands der deutschsprachigen Schweiz (BVDS) erstellt wurde und deren Resultate am Donnerstag veröffentlicht wurden, zeigt, dass 56% aller im Vergleich berücksichtigten Betriebe in den vergangenen drei Geschäftsjahren (1998 bis 2000) ein- oder mehrmals rote Zahlen geschrieben haben. Dabei haben die mittelgrossen Betriebe (zwischen 3 und 9 Mitarbeiter bzw. 1 Mio. und 4 Mio. Fr. Umsatz) am schlechtesten abgeschnitten: Sie wiesen die kleinste Rentabilität auf. Die durchschnittliche Bruttomarge aller Betriebe lag in den drei Berichtsjahren relativ stabil bei etwas mehr als 30%.
Zwar ist die auf Umfragen bei rund 50 Deutschschweizer Buchhandlungen – die rund 12% aller Betriebe und 42% des Branchenumsatzes repräsentieren – beruhende Studie statistisch nicht repräsentativ, aber ihre Aussagekraft gerade bezüglich der Grossunternehmen darf dennoch nicht unterschätzt werden. Die grossen (mehr als 10 Mitarbeiter bzw. mehr als 4 Mio. Fr. Umsatz) und gleichzeitig profitabelsten Unternehmen wiesen im Vergleich mit den Kleineren eine bessere Arbeitsproduktivität sowie einen höheren Umsatz pro m2 aus. Dieser betrug im Dreijahresmittel im Durchschnitt aller Betriebe rund 11 500 Fr., während der Umsatz pro Kopf mit 285 600 Fr. beziffert wurde.
Auch wenn es mit der Rentabilität nicht überall zu klappen scheint, sind die untersuchten Buchhandelsbetriebe doch recht fortschrittlich. 75% aller Geschäfte verfügen über eine Online-Bestellmöglichkeit; im vergangenen Jahr wurden 2,5% der Umsätze über das Internet generiert; 1998 waren es erst 0,8% gewesen. Diese Zahlen dürften jedoch bei einer Hochrechnung auf die Gesamtbranche zu hoch liegen, da in den Erhebungen zur Studie die Kleinbetriebe unterrepräsentiert waren. Schliesslich wurde noch Stellung zur Struktur des Sortiments genommen: Sach- und Fachbücher gelten als umsatzträchtiger als Belletristik sowie Kinder- und Jugendbücher.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige