Endlich mal eine gute Nachricht: Bücher konnten auch in diesem Jahr ihren Anteil am durchschnittlichen Zeitbudget der Mediennutzer erfolgreich behaupten. Die Deutschen verbringen täglich mehr Zeit mit dem Lesen von Büchern (32 Minuten) als mit der Nutzung von Internet (30 Minuten), Zeitungen (24 Minuten) oder Zeitschriften (15).
Nur das Begleitmedium Radio (169 Minuten) und das Fernsehen (153 Minuten) haben einen – wesentlich – größeren Anteil am Zeitbudget der Bundesbürger. In der jetzt von der Münchner Werbeforschungs-Gesellschaft für elektronische Medien SevenOneMedia veröffentlichten und vom Forschungsinstitut Forsa seit 1999 durchgeführten Langzeitbefragung waren insgesamt 2.487 Personen zwischen 14 und 49 Jahren zu relevanten Aspekten ihres Mediennutzungsverhaltens interviewt worden.
Das überraschende Ergebnis: Der zusätzliche Anteil am Zeitbudget, den das neue und stark wachsende Medium Internet beansprucht, geht nicht zu Lasten des Buches, sondern wird durch eine erhebliche Ausweitung der Mediennutzungszeit erreicht. So beschäftigten sich die Deutschen im Jahr 2001 im Durchschnitt eine Stunde länger mit Medien (7,5 Stunden) als noch 1999 (6,5 Stunden). Die durchschnittliche Nutzung des Internets wuchs zwar im selben Zeitraum von 9 Minuten (1999) auf 30 Minuten (2001), doch die durchschnittliche Zeit für die tägliche Buchlektüre blieb stabil.
In diesem Zusammenhang sei noch die FOCUS-Studie von 1999 erwähnt, auf die in der heutigen FOCUS-Ausgabe (48/01, S. 126) in fast klassischer FOCUS-Verkürzung verwiesen wird: „Leseratten greifen zu immer mehr Büchern, Lesemuffel dagegen zu noch weniger“ – was immer das heißt. Mehr darüber im Internet unter http://medialine.focus.de/PM1D/PM1DD/PM1DDC/PM1DDCW/pm1ddcw.htm.