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Vorwurf: Konkursverfahren zu spät angemeldet

Schwere Vorwürfe gegen das ehemalige Management der Libro AG erhebt ein Überprüfungsbericht, der von den Ausgleichsverwaltern im Zuge des laufenden Verfahrens des Buch- und Medienkonzerns erstellt wurde. Wie das Wirtschaftsmagazin trend in seiner aktuellen Ausgabe aus den Unterlagen zitiert, ist das Konkursverfahren demnach um Monate, wenn nicht Jahre verspätet angemeldet worden: „Die dramatische negative Ertragslage hätte bereits im Mai 2000 zu einem Verlust des bilanziellen Eigenkapitals geführt“ heißt es in dem Bericht. Sowohl Lieferanten als auch Kleinanlegern sein dadurch ein Schaden von „deutlich mehr als 1,376 Milliarden Schilling“ entstanden.
Laut „trend“ wird Kritik auch an der Kreditvergabe der Banken geübt. 1,7 Milliarden Schilling sind ohne schriftlichen Verträge bei der Libro AG gelandet, wodurch auch 140 Millionen Schilling an Kreditsteuer hinterzogen wurden. Auch den Verdacht, dass Libro-Aktionär Walter Babel in seiner Eigenschaft als Eigentümer eines Libro-Lieferanten (PAGRO) überhöhte Preise verrechnet habe, bestätigen die Prüfer.

Darüber hinaus kritisieren die Prüfer eine Art Sonderdividende, die Libro noch knapp vor dem Börsegang an die Altaktionäre ausgeschüttet hatte: „Ohne dem Endergebnis der aktienrechtlichen Sonderprüfung vorzugreifen, wird von Seiten der Ausgleichsverwaltung festgehalten, dass ihrer Ansicht nach die vorgenommene Ausschüttung für das Jahr 1999 wirtschaftlich nicht gerechtfertigt und das Handeln des Vorstandes sorgfaltswidrig war“.

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