Der amerikanische Angriff auf den Irak hat eine lange Vorgeschichte – der deutsche UNO-Diplomat Hans von Sponeck spricht von einer „Achse der Falschinformation“. Stichhaltige Beweise für die angeblich vom Irak ausgehende Gefahr oder glaubwürdige Gründe für einen Krieg, der Zehntausende von zivilen Opfern fordert und eine ganze Region destabilisiert, hat die US-Regierung nie vorgelegt. Statt dessen wurde mit Hilfe der Medien ein „Psychokrieg“ geführt und mit einer Vielzahl von Manipulationen der Militärschlag vorbereitet, der schon lange vor dem 11. September 2001 beschlossene Sache war. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat dabei eine beklagenswerte Rolle gespielt – angefangen bei der gescheiterten, aber bis zuletzt beibehaltenen Sanktionspolitik gegen den Irak. Von Sponeck war im Jahr 2000 von seinem Posten als Leiter des humanitären Programms der UNO in Bagdad zurückgetreten, weil er den Völkerrechtsbruch durch die UN-Sanktionen nicht länger mittragen wollte. Im Gespräch mit Andreas Zumach kann er im Detail belegen, wie in der Irak-Politik mit „organisierten Lügen“ gearbeitet wurde – und wie der UNO-Sicherheitsrat durch Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht zunehmend für die menschliche Katastrophe im Irak verantwortlich wurde. Auch die deutsche Außenpolitik hat versagt – Deutschland läßt sich trotz „pazifistischer“ Rhetorik in einen vom Grundgesetz geächteten Angriffskrieg verwickeln.
Das alles ist detailliert nachzulesen im Band „Irak – Chronik eines gewollten Krieges“ KiWi–Paperback 776 – das Buch erscheint am 20. Februar.
Zu den Autoren:
Hans Graf von Sponeck stand mehr als 30 Jahre in den Diensten der UNO und leitete ab 1998 das Programm „Öl für Lebensmittel“ im Irak. Weil er die Aushungerung und Verelendung der Zivilbevölkerung nicht länger mittragen wollte, trat von Sponeck, zuletzt im Range eines Beigeordneten UN-Generalsekretärs, im Februar 2000 von seinem Posten zurück.
Andreas Zumach ist internationaler Korrespondent der „tageszeitung“ und weiterer Zeitungen und Rundfunksender bei der UNO in Genf. Er verfolgt die Entwicklung des Völkerrechts und der internationalen Organisationen einschließlich der Konflikte in der Golfregion seit mehr als fünfzehn Jahren. 1997 erschien sein Buch „Vereinte Nationen“.
Übrigens: Der KiWi-Schnellschuss „Krieg gegen den Irak. Was die Bush-Regierung verschweigt“ von Scott Ritter und William Rivers Pitt, (erschienen Ende Oktober 2002), ist mittlerweile in der 5. Auflage.