Deutschland führt zum zweiten Mal in Folge die Pleitenstatistik in Europa an. Im vergangenen Jahr schnellten die Insolvenzen in der größten Volkswirtschaft der EU um über 66 Prozent auf 82 400 Fälle in die Höhe. Das teilte das Wirtschaftsinformations- Unternehmen Creditreform in Düsseldorf mit. Damit liege Deutschland sowohl bei der absoluten Insolvenzzahl als auch bei der Steigerungsrate vor allen anderen Ländern Westeuropas. Unter den zehn größten Pleiten Europas seien sieben deutsche Konzerne zu finden.
Boris Langendorf www.langendorfs-dienst.de ergänzt dazu aber per mail:
„Schlechte Nachrichten sind ja zuletzt sehr in Mode gekommen, aber diese ist eindeutig ein Fehlsignal, das zu Unrecht Angst und Schrecken verbreitet. Die Insolvenzzahlen des Jahres 2002 haben keine Aussagekraft, denn zu Jahresbeginn ist ein neues Insolvenzrecht in Kraft getreten, das Schuldnern eine sehr konfortable Möglichkeit des Schuldenerlasses bietet. Das haben Betroffene natürlich im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens vorher gewusst, und so haben alle Schuldner versucht, so es irgend geht, ihre Insolvenz ins Jahr 2002 zu retten. Aus dem gleichen Grund werden auch die Insolvenzstatistiken für 2003 kein Konjunkturindikator sein.“