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Elefantenhochzeit vollzogen: Random House übernimmt Verlagsgruppe Ullstein Heyne List

Im Auge des Taifuns war es bis zuletzt still: „Wir sind doch die letzten, die etwas erfahren“ – so hieß es jedenfalls in der Münchner Paul Heyse Straße, dem Sitz der Verlagsgruppe Ullstein Heyne List, nicht nur immer wieder in den letzten Tagen, als täglich mit einer endgültigen Entscheidung gerechnet worden war, sondern auch gestern noch am späten Nachmittag.

Doch jetzt ist endlich offiziell, was seit Tagen gehandelt wurde: Die Bertelsmann-Tochter Random House hat vom Axel Springer Verlag die von Christian Strasser geleitete Verlagsgruppe Ullstein Heyne List erworben. Was praktisch heißt: Das „Erdbeben“, über das SZ am Samstag noch spekuliert hatte [mehr…], hat tatsächlich stattgefunden, jetzt gibt es den seit Wochen erwarteten Erdrutsch: Der „Marktführer für populäre Unterhaltung im Sach- sowie Taschenbuch“ (Stuttgarter Zeitung) mit (Goldmann, Blessing, Goldmann, Berlin, Blanvalet, Knaus, Luchterhand Literaturverlag und Siedler) hat den Branchendritten übernommen, eine „Elefantenhochzeit, wie sie das mittelständisch geprägte Verlagswesen bisher noch nicht gesehen hat.“

Tatsächlich ist der Markt für populäre Unterhaltung damit völlig neu aufgeteilt worden: Durch diesen neuen Verbund setzt der bisherige Zweite im Markt, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (S. Fischer, Rowohlt, Droemer Knaur, Scherz, Krüger, Kindler, Wunderlich und Kiepenheuer & Witsch) künftig nur noch knapp die Hälfte des neuen Riesen um, der auf einen Gesamtumsatz von geschätzt rd. 400 Mio. Euro kommen wird.

Die dritte Kraft, die Christian Strasser „mit aller Macht“ als Gegengewicht zu den beiden bisherigen Großen aufgebaut hatte und deren Aufbau sich bis zum Schluss nicht rentabel gestalten ließ, ist damit dem großen Konkurrenten Random House zugefallen.

Die Frage ist nun, welches Konzept Random House hat, die neue Gruppe sinnvoll zu integrieren oder wie weit man der neu erworbenen Gruppe ihre Eigenständigkeit lassen wird.

Auch bleibt noch zu fragen, wie weit das Kartellamt seinen Segen zu dem neuen Verbund geben wird.

Und, ob dieser Zukauf Konsequenzen für die anspruchsvolleren Programmteile wie etwa Berlin, Siedler und Luchterhand haben wird, wenn Random House künftig verstärkt auf das Konzept Mass Market setzt. Dass man künftig beide Konzepte unter einem Dach noch verfolgen wird, wird bisher von Branchenbeobachtern bezweifelt.

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