Jetzt scheint der Buchmarkt die Markttalsole erreicht zu haben, zumal in Basel. In der Stadt am Rheinknie beklagen wie überall die kleinen Buchhandlungen die finanzielle Düsternis. Laut örtlicher Medien bewirkte der Inhaber der Pegasus-Buchhandlung, Beat Hutter, durch seine neue Idee eine Wiederbelebung des dahinserbelnden Geschäftsganges. Er erließ schlicht und einfach einen Spendenaufruf an seine Kundschaft. Das war bereits im Jahre 2000 und daraus entstand eine neue „Bewegung“, die heute 300 Mitglieder zählt. Anscheinend macht das Schule und neue Jünger werden gewonnen. Im Mai 2003 initiiert der Katholische Kirchenrat Baselland und ein Jurist die Gründung eines Vereins zur Förderung der Vetter-Buchhandlung, die neben einem Allgemeinsortiment vor allem theologische Bücher führt.
Eine in der Tat umstrittene Maßnahme, die nun Einfluss in die zyklische Wirtschaftsbewegung nehmen will. Sympathisch liest sich diese Neuigkeit aus der Sicht des Buchhändlers, ohne Zweifel. Doch einen kritischen Kommentar kann man sich kaum verkneifen, wenn man sich in der generellen Wirtschaft umgesehen und festgestellt hat, dass Tante Emma-Läden oder
Kleinbäckereien Auffangorganisationen gegründet haben und beim Bezahlen die Frage stellen: „Sind Sie Mitglied?“.
Sicher sicher, die Einwände, dass das Buch nicht mit Halbweißbrot zu vergleichen sei, ist bekannt. Jedoch könnte das Klischee dadurch betoniert werden, dass der Buchhandel vor lauter Gejammer und Fantasielosigkeit nichts besseres weiß, als die Kundschaft um Geld zu bitten, damit sie Bücher kaufen können. Das Tüpfelchen auf dem i liefert die geografische Herkunft dieser Nachricht: Basel. Dort wo demnächst die erste Buchmesse hinter Hochglanz-Fassaden die Tore öffnen wird, mit viel Geld aus Stiftungen und der öffentlichen Hand.
Das sind die Regeln: brauchts Geld, so fehlt’s woanders.
Urs Heinz Aerni







