Der von Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn gestiftete, alljährlich vergebene und mit 25.000 Dollar dotierte Solschenizyn-Preis geht dieses Jahr an die Lyriker Olga Sedakowa und Juri Kublanowski. Die Jury, in der auch Natalja Solschenizyna, die Ehefrau des Stifters, Sitz und Stimme hat, würdigte den „sprachlichen und metaphorischen Reichtum“ der Werke der beiden Poeten. Das lyrische Werk Olga Sedakovas zeichne sich durch eine herausragende künstlerische Darstellung „des geheimnisvollen Charakters der menschlichen Existenz“ aus.
Olga Sedakova, die mit Übersetzungen von Dante, Rainer Maria Rilke, Paul Celan u.a. bekannt wurde, bezeichnete es als dringlichste politische Aufgabe der Kunst, „ein Fenster in die blinde Mauer unserer Zivilisation zu brechen“.
Ihre Gedichte wurden ins Englische, Hebräische, Französische und Italienische übersetzt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Auf Deutsch erschien von ihr zuletzt der Band »Reise nach Brjansk« (Folio Verlag, Wien/Bozen, 2000), der zwei Erzählungen über die russische Provinz und die Befindlichkeit der russischen Intelligenzija in Zeiten des Umbruchs enthält.