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Gerhard Beckmanns Meinung: Verlieren Großverlage Bodenhaftung im Buchhandel?

Eine bekannte norddeutsche Sortimenterin sagte während des jährlichen Buchhändlerseminars von C.H. Beck bei einem abendlichen Gespräch in München: „Der Vertreterbesuch ist für uns an sich unverzichtbar. Was wir aber wirklich nicht brauchen, sind die Vertreter bestimmter Konzernverlage, die uns – obendrein ohne genaue Kenntnis der Programme – ihre Bücher bloß reindrücken wollen. Von Anregungen, Fragen und Problemhinweisen, die sich aus unserer alltäglichen Erfahrung mit Kunden ergeben, möchten solche Damen und Herren nichts mehr wissen – obwohl sie für unseren wie für den Verkaufserfolg der Verlage manchmal von entscheidender Bedeutung sein können. Und warum stellen sie sich so taub? Einer hat es deutlich und offen ausgesprochen – weil Zuhören völlig zwecklos wäre. Die Vertriebsleitung seines Hauses nimmt ihm solche Mitteilungen gar nicht ab.“

Ähnliches habe ich seither in anderen Gesprächen mit Sortimenterinnen und Sortimentern gehört. Sind das vereinzelte Stimmen? Oder handelt es sich um allgemeine Erfahrung?

Ich empfände es als gefährlich, wenn Großverlage die marktwirtschaftliche Rhetorik pflegen, in Wirklichkeit aber in der Blindfxierung auf vorgegebene Sollzahlen einer Planwirtschaft frönen – und damit den Markt wie am Ende sich selbst ruinieren.

Gerhard Beckmann sagt hier regelmäßig seine Meinung … und freut sich über Antworten an GHA-Beckmann@t-online.de

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