„Sommerzeit ist Lesezeit“ betonte Malte Blümke, der Bundesvorsitzende der Friedrich-Bödecker-Kreise jetzt zu Beginn der Sommerferien in Hannover. „Jetzt ist es an der Zeit, das Schulbuch gegen spannende Ferienlektüre auszutauschen.“
Es sei nicht so, dass Kinder und Jugendliche überhaupt nicht mehr lesen wollen. Die Zahlen des Friedrich-Bödecker-Kreises mit seinen 16 Landesverbänden sprechen eine deutliche Sprache. So konnten im Jahr 2002 5352 Autoren-lesungen für ca. 260 000 Kinder und Jugendliche in Schulen, Kindergärten, Büchereien und Buchhandlungen von Potsdam bis Trier, von Flensburg bis München vermittelt werden. Im Schuljahr 2002/2003, das gerade zu Ende gegangen ist, ergibt das eine entsprechende Anzahl. Damit ist der Friedrich-Bödecker-Kreis eine der größten Leseförderungsinstitutionen in Europa, die flächendeckend bis in die kleinsten Gemeinden und Schulen Autorenbegegnungen mit Kindern und Jugendlichen ermöglicht. Kein Verständnis können die Friedrich-Bödecker-Kreise für die Kürzung der Etats aufbringen. Schon heute könnten die Friedrich-Bödecker-Kreise aufgrund der Nachfrage doppelt soviel Autorenbegegnungen vermitteln und pro Jahr ca. eine halbe Million Kinder und Jugendliche erreichen.
Die PISA-Studie stellt fest, dass die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler bei der Lesekompetenz im unteren Feld liegen, dass die Gruppe der leistungsschwächsten Jugendlichen in Deutschland erheblich größere Schwierigkeiten im Lesen hat als die entsprechenden Schülerinnen und Schüler in anderen Ländern und dass die Freude am Lesen in Deutschland gering ausgeprägt ist. Deshalb müssen die Anstrengungen zur Leseförderung intensiviert werden. Die öffentlichen Haushaltsmittel dürfen nicht im Zuge der allgemeinen Sparmaßnahmen reduziert werden, Haushaltsmittel für Leseförderung dürfen nicht als kürzbare Subventionen bezeichnet werden, sondern müssten als dringend notwendige Investitionen in die Bildung verstanden und deutlich gesteigert werden.
Die 300 Kinder- und Jugendbuchautorinnen und –autoren, die der Friedrich-Bödecker-Kreis vermittelt, können in den Autorenbegegnungen einen wesentlichen Beitrag zur Leseförderung leisten. Denn im Gespräch über die in den Büchern dargestellten Inhalte, die mit den Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen zu tun haben, lässt sich erfolgreich die Motivation für das Lesen stärken. Dies könnte verstärkt auch in Ganztagsschulen geschehen, da hier die Möglichkeit gegeben ist, die Zielgruppe der leseschwachen Schülerinnen und Schüler besonders zu fördern. Wichtig ist auch die frühzeitige Leseförderung in Kindergärten. Schon vor Beginn des Erwerbs der Lesekompetenz müssten Kinder eine positive Beziehung zum Buch, zum Beispiel durch das Vorlesen und Erzählen von Geschichten, erhalten.
Wichtig ist aber vor allem, so Blümke abschließend, dass der PISA-Schock nicht zu Aktionismus führt, sondern dass die Wege der Leseförderung nachhaltig beschritten werden. Der Friedrich-Bödecker-Kreis wird seine jahrzehntelangen Erfahrungen in diesen Prozess mit einbringen.







