„Der Patient wird schwächer. In der unendlichen Geschichte der Buchpreisbindung wird soeben ein neues und vielleicht das letzte Kapitel aufgeschlagen“, schreibt heute Hannes Hintermeyer in der FAZ zur neuen Club-Affäre. „Nicht unbezeichnend, daß am Anfang dieses Kapitels wieder der Name Bohlen steht. Denn der Bertelsmann-Buchclub mochte nicht darauf verzichten, dessen Memoiren-Zweitling gleichzeitig mit der Buchhandelsausgabe und obendrein noch 3,05 Euro billiger zu verkaufen. Damit es auch die geneigte Kundschaft bemerke, schaltete der Club im ‚Stern‘ eine Anzeigendoppelseite. Diese brachte das Faß zum Überlaufen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels kündigte an, ‘mit allen rechtlichen Mitteln‘ gegen diesen Verstoß gegen das Buchpreisbindungsgesetz vorzugehen“, so die FAZ. Club-Sprecher Rocco Thiede zur FAZ: Ihm komme die Drohung des Börsenvereins vor, „als wenn man in einem Fußballverein Mitglied ist und der Präsident versucht, einen Spieler rauszuwerfen, weil ihm seine Schuhe nicht gefallen“.
Christian Sprang, Justitiar des Börsenvereins, räumt in der FAZ ein, dass sich seit Gründung des Buchclubs anno 1950 – damals gab es noch Mitgliedsbeitrag plus quartalsweiser Abnahmeverpflichtung – der Markt grundlegend geändert hat. Einem „reißenden Sturzbach“ gleich rase die Bücherflut heute in immer steileren Kaskaden aus den Verlagen in den Handel und von dort in den Ramsch, vulgo die nächste Weltbild-Filiale. Vier Monate liegt ein neues Hardcover heute maximal im Buchhandel.
Für Thiede ist die zeitnahe Club-Ausgabe rechtens: Erstens sei Bohlen zwei als Autobiographie ein Sachbuch, und zweitens krähe doch heute schon kein Hahn mehr nach Bohlen eins. „Der Club, wirtschaftlich enorm unter Druck als prominentester Verlustbringer von Bertelsmann, will nach einer Neupositionierung demnächst damit beginnen, mit seinen Ladengeschäften in I a-Lagen umzuziehen. Außerdem sollen die Kunden dort künftig sämtliche lieferbaren Titel bestellen können – eine weitere Kampfansage an den klassischen Sortimentsbuchhandel, der derzeit ohnehin stark unter Druck steht.“
Sprang wertet den Club-Vorstoß als „Generalangriff auf das höchste Gut, das wir zu verteidigen haben“. „Offen die Frage, wie es um eine Organisation steht, die als letzten Ausweg eigene Mitglieder vor Gericht zitieren will. Der Branche insgesamt wäre mit einer Zerschlagung wohl nicht gedient, weil die Verhandlungsposition der Bücherlobby in Berlin und Brüssel entscheidend geschwächt würde.“
Thomas Pichler übernimmt Vorsitz der Geschäftsführung bei Lila Logistik
Der Kontraktlogistiker Müller – Die lila Logistik SE gibt bekannt: Zum 01.01.2026 übernimmt Thomas Pichler den Vorsitz der Geschäftsführung bei Lila Logistik für den Geschäftsbereich Books & Media in Blaufelden.







