Was haben die Düsseldorfer Rheinbahn, das Stadtmuseum, die Geschichtswerkstatt, die Stadtbüchereien, die Rheinische Post, der Kulturbunker Heerdt, die Stadtwerke, der Börsenverein des deutschen Buchhandels NRW, das Theatermuseum, fifty-fifty und das Heinrich-Heine-Institut gemeinsam? Sie alle sind Mitveranstalter des vom Literaturbüro NRW initiierten und koordinierten Projektes „Düsseldorf liest ein Buch“; und alle sind sich einig: Das war eine gelungene und erfolgreiche Aktion!
Die Veranstaltungen waren gut besucht, einige so gut, dass viele Stühle hinzugestellt oder eine Bahn noch einmal fahren musste. In der Stadtbücherei, die eigens ein Literaturverzeichnis rund um das Thema Dieter Forte, Luftkrieg, Nachkriegszeit etc. erstellt hatte, waren bereits nach wenigen Tagen 110 der 120 angeschafften Exemplare ausgeliehen. Und auch der Buchhandel freute sich darüber, dass „In der Erinnerung“ (Fischer Taschenbuch) in mehreren hundert Exemplaren über den Ladentisch ging.
Am vergangenen Donnerstag fand die Reihe ihren Abschluss: Prof. Kruse, der Leiter des Heine-Instituts, las für den erkrankten Dr. Tilman Spreckelsen (FAZ) dessen Vortrag über „Fortes Prosaprojekt“; Hanna Seiffert und Dieter Prochnow vom Düsseldorf Schauspielhaus lasen eindrucksvoll aus Fortes neuem Romanmanuskript, in dem der Autor den Bogen schlägt zur späteren Nachkriegszeit, zum Wiederaufbau der Stadt.
Ein Abschluss war es allerdings nur, was die zahlreichen Veranstaltungen rund um Dieter Fortes Roman „In der Erinnerung“ betrifft: Nachdem Volker Hage („Spiegel“) im Rahmen der Auftaktveranstaltung ins Thema Bombenkrieg und Literatur eingeführt hatte, lasen und hörten Profis und Laien, Düsseldorfer unterschiedlichsten Alters Fortes eindringlichen Roman – in der Rheinbahn, wo Wolfgang Reinbacher und Thomas Lang das Publikum fesselten, im Luftschutzbunker Heerdt, dessen schmaler Raum dicht besetzt war, im Stadtmuseum, wo an zwei Tagen der ganze Roman vorgelesen wurde und auf der Straße, denn im Rahmen der „Buchwanderung“ wanderten sowohl Menschen lesend und hörend mit dem Buch, wie das Buch von Passant zu Passant durch die Stadt wanderte, so dass die unterschiedlichsten Menschen spontan einige Zeilen vorlasen. Das Theatermuseum, das eine begleitende Ausstellung von Ingrid Mizsenko zeigte, war gut besucht, u.a. von zahlreichen Schulklassen.
Dieses verdichtende Programm ist nun abgeschlossen – trotzdem geht es mit dem Lesen, den Gesprächen und Diskussionen weiter, z.B. mit dem Fortsetzungsroman in der Rheinischen Post und in den mittlerweile 14 Schulen, die den Roman – aufgrund der Ferien zeitversetzt – nun lesen. Nachdem einige der Schüler sich bereits durch einen Stadtrundgang mit der Geschichtswerkstatt und anschließender Medienwerksatt in der Stadtbücherei dem Thema genähert hatten, geht es nun an die Arbeit mit dem Text.
Ohnehin wird Dieter Fortes Roman „In der Erinnerung“ den Düsseldorfern noch lange in Erinnerung bleiben – das bestätigen die zahlreichen positiven Rückmeldungen, die im Laufe der vergangenen Wochen im Literaturbüro eingingen.
Das alles ermuntert die Initiatoren vom Literaturbüro und die Mitveranstalter, im nächsten Jahr fortzufahren – mit welchem Buch aber, das wird noch nicht verraten, damit außer derjenigen auf die Weihnachtsgeschenke auch noch eine andere Spannung erhalten bleibt.
Kontakt:
Susanne Meinel
Börsenverein des Deutschen Buchhandels –
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
meinel@buchnrw.de; http://www.buchnrw.de