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ekz.bibliotheksservice GmbH wird restrukturiert / Schlanker für die Zukunft wegen geschrumpfter Etats / Neue Geschäftsführung

Trotz dramatisch geschrumpfter Bibliotheksetats mehr Kunden gewinnen, sich „vom kleiner gewordenen Kuchen ein größeres Stück abschneiden“ und die Position im Kernmarkt Deutschland deutlich stärken – die ekz.bibliotheksservice GmbH, Reutlingen, hat sich viel vorgenommen. Sie muss ihre Existenz auch bei gravierenden Umsatzeinbußen für die kommenden Jahre sichern. Der neue Geschäftsführer Horst Scherer und der Unternehmensberater Ralf Grammel haben ein umfassendes Konzept entwickelt, das alle Bereiche des Unternehmens betrifft.

In einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 20. Oktober 2003 wurde beschlossen, den bisherigen Geschäftsführer der ekz, Dr. Klaus Adam, abzuberufen. Für die Übergangszeit bis zur Bestellung eines neuen Geschäftsführers wird der Sanierungsgeschäftsführer Horst Scherer die Geschäftsführung auch im operativen Bereich übernehmen.

Die Defizite in den städtischen Haushalten wirken sich direkt auf die Bibliotheksetats aus. Haushaltssperren, Stopp oder Verschiebung von Investitionen sind leider zum bibliothekari-schen Alltag in Deutschland geworden. Und das, obwohl die PISA-Studie gerade den Bi-bliotheken eine herausragende bildungspolitische Bedeutung zuschreibt. Diese Rotstiftpolitik hatte auch schon 2002 und 2003 unmittelbare Folgen für die ekz. Für 2004 ist mit einer noch deutlich schlechteren Marktsituation zu rechnen. Die Prognose lautet: 30 Millionen EUR Um-satz. Das laufende Geschäftsjahr wird die ekz voraussichtlich im operativen Bereich mit ei-nem um 1,6 Millionen EUR deutlich besseren Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr abschlie-ßen, obwohl das Geschäftsjahr 2003 von den erheblichen Kosten für die Restrukturierung und dem ausgehandelten Sozialplan gekennzeichnet ist. Ziel der Restrukturierungsmaß-nahmen – in diesem Zusammenhang stehen auch 19 betriebsbedingte Kündigungen – ist es, auch bei einem weiteren Umsatzrückgang 2004 „nicht in die Verlustzone“ zu geraten. Zusätzlich soll über neue tarifliche Regelungen verhandelt werden.

„In der Gestaltung der Prozesse liegt der Schlüssel zum Erfolg. Wir können unsere Angebote kundengerechter gestalten, können neue Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt bringen“, betont Ralf Grammel. Die ekz und ihre Partner stehen vor großen Herausfor-derungen. „Wer im Wettbewerb an der Spitze bleiben will, muss Weltklasse sein – bei den Produkten und den Prozessen.“ Die Veränderung betrifft alle Bereiche im Unternehmen: Lektorat, Vertrieb, Produktion, Logistik, Einkauf, Personal, Controlling, EDV und Führungs-funk-tionen. Die neuen Strukturen sollen Abgrenzung und Beharrungsdenken aufbrechen, Kommunikation zwischen den Bereichen gewährleisten, Klarheit und Transparenz für Ab-läufe und Entscheidungsfindung bringen und natürlich auch Strukturkosten reduzieren. Ziel ist die Optimierung der Produktpalette und der Dienstleistungsumfänge.

Die Chancen für die gesteckten Ziele stehen nicht schlecht. Das wird auch dadurch deutlich, dass die ekz, trotz der Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen 2003, ohne Bankkredite auskommt. „Auf dem Papier stehen die neuen Strukturen fest, nun müssen sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Leben gefüllt werden,“ so Horst Scherer. „Ich denke da an ein Zitat von Steve Miller, Shell: ‚… sie verbessern die Dinge dann sehr viel schneller, aggressiver und kreativer als Führungskräfte aus der obersten Etage es je könnten’.“

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