Vier Buchhandlungen haben sich in einem offenen Brief kritisierend über den Carlsen Verlag geäußert. Der Wortlaut des Briefes lautet:
„Der Orden des Phönix kommt am 8.November auf den Markt. Am selben Tag sollte man dem Carlsen Verlag einen Orden für schlechtes Marketing verleihen! Zwar dürfte die Strategie, den neuen Harry Potter über die Post und Lebensmittelmärkte (Edeka) zu vertreiben, die Kassen des Verlages schneller füllen, doch langfristig kann- egal auf welchem Vertriebsweg- nur der existierende Bedarf gedeckt werden. Billigend nimmt der Verlag für eine etwas schnellere Amortisation eine Schwächung des Fachhandels in Kauf. In wirtschaftlich schwachen Zeiten ist der Buchhandel mehr denn je von solchen Bestellern abhängig, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Auf partnerschaftliches Verhalten scheint der Carlsen Verlag keinen Wert zu legen. Mit der oben erwähnten Verkaufsstrategie wird der Buchhandel, der genuine Verlagskunde, geschwächt. Von nachhaltigem Marketing kann hier nicht die Rede sein! Der Carlsen Verlag erweist sich und anderen Verlagen damit wahrlich einen Bärendienst.
Voller Enttäuschung, Das Buch, Weilheim, Petra Leusing, Michaela Segebrecht, Yvonne Peter, Lesen schreiben Schenken, Weihlheim, Ingeborg Holl-Haug, Die Bücherecke, Köngen, Petra Rehkugler und der Buchladen im Langhaus, Wendlingen, Andrea Deuschle.“
Eine erste Antwort kommt inzwischen von Cralsen-GF Klaus Kämpfe-Burghardt, der noch über einer „offiziellen Antwort“ brütet, aber schon mal mailt:
„Ich kann und werde immer wieder darauf hinweisen, daß wir nicht die Lebensmittelläden direkt beliefern. Die Diskussion ist so wahnsinnig alt (siehe Potter 4). Warum hat nur der Sortimenter soviel Befürchtungen? Er kennt doch seine Kunden – und wenn er die zufriedenstellt, kauft der Kunde doch bei ihm. Solange wir die Preisbindung haben, zählt Kundenbindung über Empfehlung und Betreuung und nicht über den Preis. Und dafür kämpft Carlsen in etlichen Prozessen, oft mit dem Börsenverein, oft mit Erfolg.
Zu dem anderen Thema: Natürlich haben wir nicht an die Post verkauft. Hier liegt u.U. die Weltbild-Aktion zugrunde. Aber auch darauf haben wir keinen Einfluß. Wie könnten wir jemanden vorschreiben, wie er seine Ware versendet? Hier gibt es einfach auch ein Ende der (rechtlich erlaubten) Einflußmöglichkeiten.
Herzliche Grüße
Ihr
Klaus Kämpfe-Burghardt