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20 Jahre Bittere Pillen – Jubiläumsausgabe zum Sonderpreis ab 29. Dezember bei KiWi

„Eine Zumutung von der ersten bis zur letzten Seite“, giftete das „Deutsche Ärzteblatt“, als der Verlag Kiepenheuer & Witsch im Herbst 1983 den medizinkritischen Ratgeber herausbrachte. Zwei Dutzend Mediziner, Pharmakologen und Apotheker sortierten gemeinsam mit Wissenschaftsjournalisten zum ersten Mal sinnvolle, überflüssige und gefährliche Arzneimittel auseinander, für jeden verständlich und allen zugänglich. Eine Pionierarbeit.

Das Buch schlug ein wie eine Bombe. Es stieg sofort auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestsellerliste, vier Wochen nach Auslieferung waren bereits 250 000 Exemplare verkauft. „Bittere Pillen ist die Bibel zur Verhinderung von Arzneimittelmissbrauch – ein Meisterwerk“, schrieb der „Spiegel“.

Bei den mächtigen Pharma-Firmen, deren Präparate als „abzuraten“ eingestuft wurden, sorgten die „Bitteren Pillen“ für Aufregung. Es folgte eine Flut von Klagedrohungen – insgesamt mehr als dreißig! Mit einem Gesamt-Streitwert von rund 10 Millionen Mark. Verlag, Autoren und Experten ließen sich nicht einschüchtern und beharrten – mit gutem Grund – auf den Bewertungen. Eine der Firmen machte die Drohung wahr und ging zu Gericht. Autoren und Experten konnten jedoch belegen, dass die negative Bewertung gerechtfertigt und nachvollziehbar war. Das Gericht wies die Klage ab. Nach diesem Urteil änderte sich der Ton der Pharma-Firmen, die Einschüchterungsversuche und Klagedrohungen hörten auf.

In den vergangenen 20 Jahren wurden die „Bitteren Pillen“ regelmäßig komplett überarbeitet und um neue Medikamente ergänzt. In der jüngsten Ausgabe werden über 10.000 rezeptpflichtige und frei verkäufliche Medikamente, Naturheilmittel und Homöopathika seriös bewertet. Der Umfang hat sich im Vergleich zur Erstausgabe um 225 Seiten auf nunmehr 1088 Seiten erhöht. Seit 1983 wurden 77 Auflagen gedruckt. Die Gesamtauflage liegt bei 2,3 Millionen Exemplaren.

Seit dem erstmaligen Erscheinen der „Bitteren Pillen“ ist die Qualität der Arzneimittel in Deutschland und Österreich stetig gestiegen. Ablesbar ist dies an der Zahl der negativ bewerteten Medikamente: 1983 mussten fast 60% aller Medikamente als „abzuraten“ oder „wenig zweckmäßig“ eingestuft werden, 1999 noch 30%, jetzt nur noch 26%. Dass jedoch noch immer mehr als ein Viertel aller auf dem Markt befindlichen Arzneimittel einen fragwürdigen Nutzen oder ein unvertretbares Risiko haben, ist eine Bilanz, die erschreckt.

Zum 20. Geburtstag erscheinen die „Bitteren Pillen“ am 8. Januar 2004 in einer Jubiläumsausgabe zum Sonderpreis von 12,90 EUR (statt 29,90 EUR).

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