Home > ARCHIV > Martina Zöllners Roman „Bleibtreu“ das „Ärgernis des Jahres“? / DuMont-Verleger Dr. Gottfried Honnefelder antwortet auf Löffler-Kritik: Buchhandel soll gegen Meinungsmache stark bleiben

Martina Zöllners Roman „Bleibtreu“ das „Ärgernis des Jahres“? / DuMont-Verleger Dr. Gottfried Honnefelder antwortet auf Löffler-Kritik: Buchhandel soll gegen Meinungsmache stark bleiben

Selten ist wohl die Rezension eines neuen Romans so am Text vorbeigegangen und hat sich nur auf Spekulationen über biographische Hintergründe konzentriert, wie die Besprechung des ersten Romans von Martina Zöllner „Bleibtreu“, die Sigrid Löffler in der Septembernummer ihrer Zeitschrift „Literaturen“ veröffentlicht hat. In ihrer Weihnachtsnummer spricht sie weiter vom „Ärgernis des Jahres“ . Zu starker Tobak?

Immer wieder gab es öffentliche Verrisse, gegen die der Buchhandel als Korrektiv antrat. Hat der Buchhandel diese Rolle heute noch inne? Ist er noch in der Lage, ein neues Buch, zumal ein Debüt, zu fördern und darauf hinzuweisen? Dr.Gottfried Honnefelder, Chef des DuMont Literatur und Kunst Verlages, hat sich jetzt einige seiner Freunde im Handel gewandt, um für dieses Buch einzutreten. Hier sein Brief im O-Ton:

Sigrid Löffler, von uns allen geschätzte Literaturkritikerin, nennt in der Weihihnachtsnummer ihrer Zeitschrift „Literaturen“ ihr „Ärgernis des Jahres“: den im Herbst dieses Jahres bei DuMont erschienenen ersten Roman „Bleibtreu“ von Martina Zöllner.

Ein Buch, das die Süddeutsche Zeitung ein „fulminantes Romandebüt“ nennt, über das die FAZ schreibt, die Autorin habe „ein neues Sujet für die Literatur entdeckt“, und dem der Spiegel dazu bemerkenswerte Stilsicherheit attestiert, wird hier diffamiert. Statt sich mit dem literarischen Werk auseinanderzusetzen, ließ Sigrid Löffler schon im September ihre Zeitschrift über die Hintergründe dieses angeblichen Schlüsselromans einer Liebe zu Martin Walser spekulieren.

Weshalb schreibe ich Ihnen dies? Weil ich daran glaube, daß der Buchhandel immer noch durch seinen Einsatz für neue literarische Bücher ein Korrektiv sein kann für falsche Meinungsmache. Bitte lesen Sie die jetzt erschienene Besprechung der Frankfurter Rundschau, die ich diesem Brief beilege: „Zöllners Roman ist großartig. Ohne Einschränkung. Eins plus. Er ist intelligent konstruiert, er ist witzig, selbstironisch, er ist sprachmächtig und sprachgenau, er ist süffig zu lesen. Es ist ein Roman über die Liebe“.

Erlauben Sie mir die alte Geste, Ihnen dieses Buch ans Herz zu legen.

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