Der »Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2004« wird an den bosnischen Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Dramatiker und Essayisten Dževad Karahasan (Graz/Sarajevo) verliehen. Den Anerkennungspreis 2004 erhält der ungarische Verleger und Übersetzer Gábor Csordás.
Die elfte Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse am Sonntag, dem 28. März 2004, im Festsaal des Alten Rathauses statt. Die vom Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1994 vergebene Auszeichnung würdigt alljährlich besondere Verdienste um die Verständigung zwischen den europäischen Völkern.
Mit der Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreises würdigt die Jury Dževad Karahasans “vielgestaltiges literarisches Werk, in dem Poesie und Philosophie, Tradition und Moderne, Ost und West kunstvoll miteinander verwoben sind. In seinen Romanen und Essays wird das Fremde im Eigenen lebendig, erhebt die Macht der Imagination Einspruch gegen Gewalt, Krieg und Vertreibung. Karahasans Werk steht in der besten Tradition der europäischen Aufklärung. Er setzt auf die zivilisierende Kraft der Toleranz, auf die Fähigkeit zum Dialog, auf den Widerstand des Wortes gegen die Barbarei.“
Dževad Karahasan, 1953 im Duvno/Jugoslawien geboren, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Sarajevo, promovierte in Zagreb und lehrte von 1986 bis 1993 Dramaturgie und Dramengeschichte an der Akademie für szenische Künste in Sarajevo. Als führender Schriftsteller Bosniens gelang Karahasan eine Synthese, die Tradition und Moderne sowie Abendland und islamische Welt vereint.
Mit der Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Anerkennungspreises an den ungarischen Verleger, Übersetzer und Essayisten Gábor Csordás, 1950 in Pécz geboren, würdigt die Jury sein großes verlegerisches Engagement und seine vielseitige Übersetzertätigkeit. 1993 hat Csordás den Verlag Jelenkor gründet, in dem fast alle namhaften ungarischen Autoren publizieren. Darüber hinaus hat er Jaroslav Seifert, Karl-Markus Gauss, Michel de Montaigne, Friederike Mayröcker, Wislawa Szymborska und Jacques Derrida ins Ungarische übertragen.