10 Länder beteiligten sich in diesem Jahr an der internationalen Buchmesse in Sofia. Vom 10. bis 14. Dezember stellten dort 500 Verlage auf einer Gesamtfläche von 870 Quadratmetern ihre Titel aus. Dem bulgarischen Verlegerverband, der die Messe seit 1995 im zweijährigen Turnus organisiert, ist es gelungen, aus der ehemals wenig beachteten staatlichen Veranstaltung eine lebhafte und für Verlage und Buchhandlungen ausgesprochen profitable Messe zu gestalten.
Am deutschen Gemeinschaftsstand, den die Frankfurter Buchmesse organisierte, wurden 350 Titel von 55 Verlagen präsentiert, darunter die Sonderkollektion „Deutschsprachige Literatur in preiswerten Ausgaben“. Große Beachtung fanden die rund 70 naturwissenschaftlichen Titel der Ausstellung. Die Nachfrage nach deutscher Literatur, vor allem nach Sachbüchern, ist in Bulgarien nach wie vor groß. Der Verlag Lettera aus Plovdiv reagierte darauf und veranstaltete auf der Messe einen viel beworbenen „Tag der deutschen Sprache“ mit der Möglichkeit deutschsprachige Literatur, vor allem deutsche Lehr- und Nachschlagewerke, zu günstigen Preisen einzukaufen.
Die Messe war in diesem Jahr zugleich ein „Fest der Kinderliteratur“ unter Schirmherrschaft der Präsidenten-Gattin Sorka Parvanova mit zahlreichen Veranstaltungen zum Kinder- und Jugendbuch im Rahmenprogramm. Als Maßnahme zur Leseförderung hatten Kinder für gute Schulleistungen Buchgutscheine zum Einlösen auf der Messe erhalten.
Mit dieser Aktion hofft der Verlegerverband nicht nur, das Interesse am Kinderbuch zu beleben, sondern generell größere Aufmerksamkeit auf das Buch zu lenken und dem Schwinden der Leselust Einhalt zu gebieten. Die Aktion bot den Forderungen der bulgarischen Verleger an die Regierung eine Plattform, die Mehrwertsteuer (derzeit 20 Prozent) auf Bücher zu reduzieren, ein neues Gesetz für Bibliotheken auszuarbeiten und bulgarische Schriftsteller zu fördern.