Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (u.a. Fischer -, Rowohlt Verlage, Wirtschaftswoche, Handelsblatt, Die Zeit und Spektrum Akademischer Verlag}, ttp://www.holtzbrinck.com/ger startet mit der in Wien ansässigen [OneTwo internet Handels GmbH ein neues Online-Aktionshaus in Deutschland: http://www.onetwosold.de.
„Bis Ende 2005“, heisst es in der offiziellen Erklärung, „strebt OneTwoSold.de einen Marktanteil von 20 bis 25% an.“
Unausgesprochen bleibt in der Presseinformation, woher dieser Marktanteil kommen soll – in Deutschland wird das private Internet-Versteigerungsgeschäft jedoch eindeutig vom Giganten ]E-Bay] http://www.ebay.de beherrscht. Ihn anzugreifen dürfte nicht einfach sein, wie das Schicksal des ehemaligen Hamburger Web-Auktionshauses Ricardo in der Vergangenheit gezeigt hat. Nach einem furiosen Start im Jahr 1998 und einem erfolgeichen Börsengang musste Ricardo im November 2003 endgültig die Segel streichen. Und dies obwohl Ricardo zeitweise mehr Nutzer und Versteigerungen aufweisen konnte als der Konkurrent E-Bay.
Mit der OneTwo internet Handels GmbH hat sich Holtzbrinck jedoch einen erfahrenen Partner gesucht. OneTwoSold ist ein Tochterunternehmen des im gleichnamigen Wiener Palais residierenden Kunstauktionshaues Dorotheum (http://www.dorotheum.at/deu/index.html, das im Jahr rund 600 Auktionen (im richtigen Leben) mit über 400 Mitarbeitern durchführt. „Die Gruppe junger österreichischer Unternehmer“, die im Jahr 2001 das Unternehmen „Dorotheum“ übernahm, ist in Österreich auch im Juwelier- und Pfandhandelsgeschäft tätig. Die deutsche Website http://www.onetwosold.de“ basiert momentan zu 100% auf der in Österreich vorgehaltenen Website http://www.onetwosold.at. Dort ist sie, laut der Presseerklärung „mit knapp 300 000 registierten Usern“ das führende Online-Auktionshaus. Locken will www.onetwosold.de, das von München aus betrieben werden wird, die Nutzer mit „deutlich niedrigeren Gebühren“ und „erstklassigem Service“. Nach Jahren der Abstinenz mit Investionen im Web ist die Verlagsgruppe von Holtzbrinck der erste Grossverlag, der nun wieder „enormes Wachstumspotential im Online-Business“ sieht, wie der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Grabner, es formuliert. Endlich! und Glück auf!, dürfen wir da nur sagen.
STEFAN BECHT stefan@stefanbecht.de