Der Handel ist sich nach wie vor uneins: Soll eine Buchhandlung sich für die SZ Bibliothek [mehr…] einsetzen (wie es vor allem die „Großen“ wie etwa Buch Habel oder Hugendubel tun, die diese Aktion schon aus marketingtechnischen Gründen unterstützen, um neue Kundenschichten zu gewinnen) – oder soll man sich verweigern, wie es vor allem eher kleinere Läden (noch?) machen?
Dirk Rumberg, Leiter Neue Produkte und Dienstleistungen bei der Süddeutsche Zeitung, ficht diese Diskussion nicht an – die Abstimmung mit den Füssen bestätigt ihm, dass seine Idee, mit der er ein Jahr schwanger gegangen ist, vom Markt angenommen worden ist. Allein bei der SZ direkt sind (also nicht über den Handel) bis (Stand gestern, 13. April) seit Start der Aktion in der 13. Kalenderwoche 45.000 (!) Bestellungen auf die gesamte 50 bändige SZ-Bibliothek eingegangen.
Rumberg zufrieden: „Zusätzlich erreichen uns aus dem Handel
positive Rückmeldungen. Nach wie vor erhalten wir Nachbestellungen für die bisher ausgelieferten ersten vier Bände sowohl von einzelnen Buchhandlungen, als
auch vom Barsortiment und größeren Ketten.“
Fazit: „Da auch der Verkauf am Zeitungskiosk gut läuft“ (wo die Aktion übrigens zu einer Steigerung der verkauften SZ-Auflage „um drei bis fünf Prozent“ geführt hat, rechnet Rumberg schon jetzt damit, dass für alle 50 Titel, bis zum letzten Band, eine sechstellige Auflage erreicht wird.“
Klar deshalb, dass man deshalb bereits an Projekten im DVD oder CD-Bereich arbeitet, um diesen Erfolg zu wiederholen. Aber Rumberg: „Da werden wir aber vermutlich nicht mehr allein sein. Ich denke, dass unsere Wetbbewerber wie etwa der SPIEGEL oder die FAZ jetzt an ähnlichen Projekten arbeiten.“
ZEIT-Herausgeber Dr. Michael Naumann allerdings noch vor wenigen Tagen zu BuchMarkt: „ich glaube, dass wir die Buecher im Buchladen liegenlassen sollten. Mir kommt diese ganze Aktion höchst problematisch vor – was sollen denn die Buchverlage dann noch verkaufen, wenn sie jetzt schon ihre Juwelen verschleudern?“