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Oldenbourg Gruppe verkauft ihre Verlagssparte an Cornelsen Verlagsgruppe / Cornelsen wird zum führenden Anbieter von Bildungsmedien in Deutschland

Es ging heute Nachmittag wie ein Lauffeuer durch München, hat uns erreicht – und während wir versuchen, der Info nachzuspüren, kommt (dadurch ausgelöst?) schon die Bestätigung: Die Oldenbourg Gruppe verkauft ihre Verlagssparte an die Berliner Cornelsen Verlagsgruppe.

Die Oldenbourg Gruppe will künftig ihre Aktivitäten auf ihre Industriebereich , die be-reits den größten Anteil an der Gesamtgruppe stellen und in denen sich Oldenbourg durch eine moderne und kostengünstig Produktionsplattform in Tschechien „einen einmaligen Wettbewerbsvorteil in der Print-Industrie“ verschafft hat, konzentrieren.

Weiter der Text der Presseinfo:

„Im Rahmen der EU-Osterweiterung will Oldenbourg seinen Vorsprung konsequent für Westeuropa und dann den Ost-Zukunftsmarkt ausbauen und trennt sich angesichts der strategischen Chancen im Industriebereich von den eigenen Verlagsaktivitäten. Damit hat sich Olden- bourg für die beginnende strukturelle Neuordnung der Print-Industrie ideal positioniert.

Die Einbringung der Oldenbourg Verlage in die auf Bildungsmedien ausgerichteten Cornelsen Verlagsgruppe sichert zugleich die Zukunft der Oldenbourg Verlage in dem Wandel der Medienbranche, der sich auch bei Bildungs- und Fachverlagen abzeichnet.

Die Cornelsen Verlagsgruppe, eine der größten Verlagsgruppen Deutschlands, baut mit dem Erwerb der Oldenbourg Verlage ihre Position im Bildungsmarkt aus und erweitert ihr Programm bis in den universitären und akademischen Bereich.

Die Oldenbourg Verlagssparte ist mit sieben Verlagen in vier Verlagsmärkten tätig: Schulbuch: Oldenbourg Schulbuchverlag (München) und Bayerischer Schulbuchverlag (München). Wissenschaften: Oldenbourg Wissenschaftsverlag (München) und Akademie Verlag (Berlin). Industrie: Oldenbourg Industrieverlag (München) und Vulkan Verlag (Essen). Versandhandel: Pädagogischer Versandbuchhandel Prögel (München).

Die Oldenbourg Verlagssparte hat nach einer schwierigen Phase Mitte der 90er Jahre neben der erfolgreichen verlegerischen Tätigkeit Jahr für Jahr ihr Ergebnis verbessert und erreichte trotz Medienkrise und sinkender öffentlicher Etats in 2003 das beste Ergebnis seit 10 Jahren.“

Die Cornelsen Verlagsgruppe zählt zu den drei größten Schulbuchverlagen im deutschsprachigen Raum. Durch konsequentes generisches Wachstum und arrondierende Zukäufe hat Cornelsen seine Position im Bildungsmedienmarkt in den zurückliegenden Jahren stetig ausgebaut. Die Programmprofile der einzelnen Unternehmen der Gruppe sind so aufeinan-der abgestimmt, dass für jede Lernsituation optimale Aus- und Weiterbil-dungsmöglichkeiten bereitstehen.

Mit dem Erwerb aller Oldenbourg Verlage wird die Cornelsen Verlagsgruppe nicht nur ihre führende Position in allen Schulsegmenten ausbauen oder erlangen, sondern zugleich ihr Verlagsportfolio in den Wissenschaftsbereich erweitern und damit ihr Bildungsprogramm auf Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen ausdehnen. Cornelsen wird in Deutschland der einzige integrierte Bildungsverlag sein, der das gesamte Programm von Grundschule bis Universität anbietet – flankiert von der Mehrheitsbeteili-gung an Deutschlands größter Nachhilfeschule und dem Angebot von Fernstudien in eigenen Privathochschulen.

Der „synergetische Effekt“ zwischen der Oldenbourg Verlagssparte und der Cornelsen Verlagsgruppe ist außergewöhnlich und erstreckt sich neben den fachlichen und geographischen Ergänzungen im Schulbuchmarkt und der universitären und akademischen Erweiterung auch auf die ähnlichen Kulturen der beiden Traditionshäuser.

Unter dem Dach der Cornelsen Verlagsgruppe sollen nach Auskunft von Fritz von Bernuth, dem Geschäftsführer der Cornelsen Verlagsholding, die Marken aller Verlage der Oldenbourg Verlagssparte erhalten bleiben. Diese werden ihre verlegerische Tätigkeit weiter an ihren bisherigen Standorten in München, Essen und Berlin in ihren Spezialgebieten und unter den bisherigen Geschäftsführungen fortsetzen. Die Struktur der künftigen Zusammenarbeit der Verlage unter dem Dach der Cornelsen Verlags-gruppe wird in den nächsten Monaten mit den beteiligten Personen beider Unternehmen entwickelt.

Die Oldenbourg Gruppe konzentriert sich zukünftig auf ihre Kernkompeten-zen, der Erstellung von Print-Medien, und will diese nach den Worten von Dietrich Giessner, dem Vorsitzenden der Konzernleitung, konsequent ausbauen: Die Oldenbourg Gruppe gehört „zu den führenden Druckereien“ in Deutschland (mit Druckereien für Rollenoffsetdruck, Bogendruck, Taschenbuchdruck und Endlosdruck) sowie zu den größten europäischen Bindereien (mit spezialisierten Bindereien für klebegebundene Kataloge, Zeitschriften, Branchenbücher, Magazine u.dgl. sowie für fadengeheftete Hardcover-Bücher). Darüber hinaus unterhält die Oldenbourg Gruppe eine starke Kompetenz in Datentechnologie und Datenmanagement.

Nach durchgreifenden Restrukturierungen und technologischer Modernisierung an ihren deutschen Standorten hat die Oldenbourg Gruppe in fünfjähriger Pionierarbeit im grenznahen Pilsen in Tschechien eine „Neue Europäische Plattform in der Neuen Mitte Europas“ für Print-Produktionen und Print-Services errichtet und sich „einen mehrjährigen Zeit- und Investitionsvorsprung gegenüber ihren Wettbewerbern gesichert“, wie Giessner in der Info betont. In Spitzenzeiten beschäftigt Oldenbourg bereits jetzt bis zu 1000 Mitarbeiter am Standort Pilsen.

Der „einmalige Wettbewerbsvorteil“ (Giessener) entsteht durch die Kombination von modernster Technologie mit niedrigsten Kosten und höchster zeitlicher Flexibilität sowie durch die zentrale geographische Lage von Pilsen. Innerhalb eines 10-Stunden-Logistikradius erreicht Oldenbourg 60 % der westeuropäischen Wirtschaft und 80 % der Wirtschaft der neuen EU-Län-der. Giessener: „Kein anderer Print-Anbieter Europas hat diese Vorteilekombination.“

Zeitgleich mit der EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004 und dem Verkauf ihrer Verlagssparte eröffnet Oldenbourg in Pilsen eine Druckerei mit der größten, modernsten und schnellsten Rollenoffset-Druckmaschine der Welt. Es soll die modernste und kostengünstigste Druckerei in Europa entstehen.

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