Wie die Jury gestern in Dublin bekannt gab, erhält der Schriftsteller Tahar Ben Jelloun für seinen Roman “Das Schweigen des Lichts” am heutigen Freitag den IMPAC-Literaturpreis. Bei der mit 100 000 Euro dotierten Auszeichnung handelt es sich um einen der renommiertesten Preise der englischsprachigen Literatur bzw. entsprechender Übersetzungen.
“Das Schweigen des Lichts” basiert auf Schilderungen eines Häftlings, der Anfang der 70er Jahre nach einem missglückten Putsch gegen den damaligen König Hassan II. im eigens eingerichteten Straflager Tazmarant gemeinsam mit anderen Leidensgenossen unter menschenunwürdigen Verhältnissen interniert wurde.
Tahar Ben Jelloun wurde 1944 in Marokko geboren. Nach seiner Teilnahme an den Studentenunruhen gegen die Monarchie und seiner darauf folgenden Zwangsrekrutierung emigrierte er 1971 nach Frankreich. Der heute 59-jährige Schriftsteller lebt in Paris. Wie “Das Schweigen des Lichts” stehen auch die übrigen Romane Ben Jellouns im Zeichen von Kritik und Polemik gegen staatliche wie religiöse Repression und gesellschaftlichen Rassismus. Neben dem IMPAC-Literaturpreis erhielt Tahar Ben Jelloun für “Die Nacht der Unschuld” 1987 als erster Autor des Maghreb den Prix Concourt, den bedeutensten unter den französischen Literaturpreisen. “Das Schweigen des Lichts” erschien 2001 im Berlin Verlag (ab 2003 bei BvT). 2002 folgte “Papa, was ist der Islam? Gespräch mit meinen Kindern” (ab 2003 bei BvT). Im September 2004 erscheint bei Berlin “Der letzte Freund“.