Der Umsatz der Buchbranche ist 2003 nach Schätzungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels um 1,7 Prozent auf 9,07 Milliarden Euro zurückgegangen. Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins, sagte bei der Vorstellung der Zahlen in Frankfurt: “Das ist kein wirtschaftlicher Sonderweg des Buchmarktes. Wir haben es mit einer generellen Konsumschwäche bei den Käufern zu tun, nicht mit einem speziellen Problem des Buchhandels oder des Lesens.”
Gewinner unter den Absatzkanälen war der Versandbuchhandel, er steigerte seinen Umsatz um 1,5 Prozent auf 852 Millionen Euro und hat einen Umsatzanteil von 9,4 Prozent. Für diese Entwicklung verantwortlich ist auch der Online-Buchversand, der seinen Umsatz um rund 10 Prozent steigern konnte, auf etwa 350 bis 400 Millionen Euro. Größter Absatzkanal ist mit 56,5 Prozent der klassische Sortimentsbuchhandel, hier wurden 2003 5,13 Milliarden Euro umgesetzt, 2,5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.
Die Umsätze der deutschen Buchverlage sind 2003 um 1,1 Prozent zurückgegangen, das ergab die Schnellumfrage des Börsenvereins. Dabei verringerte sich der Umsatz mit Büchern lediglich um 0,2 Prozent, größere Schwankungen gab es beispielsweise mit minus 9,4 Prozent bei den Anzeigenerlösen. Auf die Titelproduktion hatte diese Entwicklung keinen Einfluss, die Zahl der Erstauflagen stieg 2003 wieder um 2,7 Prozent auf 61.538 Titel.
Deutlich verschoben haben sich die Anteile der Sachgruppen: Zu den Gewinnern des vergangenen Jahres zählt die Belletristik. Ihr Anteil an der Titelproduktion von Erstauflagen stieg von 13,9 auf 15,1 Prozent im Jahr 2003. Sie ist die mit Abstand stärkste Sachgruppe. Auch beim Kinder- und Jugendbuch hält der positive Trend an, der Anteil stieg auf 7,9 Prozent. Ebenfalls angewachsen ist die Anzahl der Wirtschaftstitel bei den Neuerscheinungen: 6 Prozent kommen 2003 aus diesem Themenbereich. Noch 2002 war der Anteil der Wirtschaftsbücher auf 4,9 Prozent zurückgegangen.
Die verstärkte Titelproduktion macht sich auch bei den Übersetzungen bemerkbar. Etwa jedes achte Buch, das 2003 in Deutschland erschien, wurde übersetzt – jede zweite Übersetzung kam dabei aus dem Englischen.
Bei den Lizenzverkäufen ins Ausland nahmen 2003 die chinesische und die koreanische Sprache mit 9,4 und 9,0 Prozent die beiden ersten Plätze ein. Begehrt sind insbesondere deutsche Kinder- und Jugendbücher. Aus dieser Sachgruppe stammen 21,3 Prozent aller 2003 ins fremdsprachige Ausland vergebenen Lizenztitel.