Alexander Potyka, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, fordert klares Bekenntnis zur Rechtschreibreform. Verlage haben hohe Kosten für Rechtschreibreform auf sich genommen, eine Rücknahme der Reform würde literarische Vielfalt gefährden.
„Eine eventuelle Rückkehr zur sogenannten ,alten‘ Rechtschreibung wäre mit so hohen Kosten verbunden, dass viele Verlage in ihrer Substanz gefährdet würden.“, sagte Potyka, Picus-Verleger. Er beobachte mit Sorge, dass die Polemik aus Deutschland nun offenbar von manchen Medien nach Österreich getragen werde: „Im Interesse der Kinder und Jugendlichen, die seit acht Jahren die gültige Rechtschreibung erlernen, der Lehrerinnen und Lehrer und der Buchverlage, die sie anwenden, appelliere ich, diese verantwortungslose und unnötige Debatte zu beenden.“
Besonders die Schulbuchverlage und die Kinder- und Jugendbuchverlage, aber auch viele belletristische und Sach- und Fachbuchverlage haben hohe Kosten auf sich genommen, um ihre Programme auf die neue Rechtschreibung umzustellen:
– Lektorinnen und Lektoren wurden umgeschult.
– Longseller und aktive Backlist-Titel (also Bücher, die viele Jahre im Programm sind und einen Gutteil des Verlagsumsatzes sichern) wurden neu bearbeitet, neu gesetzt und gedruckt.
– Backlist-Titel in alter Rechtschreibung mussten makuliert werden.
– Elektronische Publikationen für den Schulunterricht wurden ebenfalls neu redigiert und programmiert.
Polemik sei in dieser Angelegenheit unangebracht, so Potyka abschließend: „Wenn Zeitungs- und Zeitschriftenverlage dieses Thema benutzen, um kurzfristig die Auflage zu steigern, ist das ihre Sache. Aber es sind die Buchverlage, die Literatur und Sprache pflegen, Leseförderung betreiben und die literarische Vielfalt erhalten. Es wäre fatal, würde diese Vielfalt dem Druck mancher Medien geopfert. Deshalb wünsche ich mir ein klares Bekenntnis der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, dass die Rechtschreibreform beibehalten wird.“