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Richtungsweisend: Der zweite Frühling des Internet’s: Die Ars Electronica 2004 – Timeshift

In einer Zeit, in der die Gegenwart die Zukunft tragen muss und selbst der Granddaddy des Cyberspace, der Science-Fiction Autor William Gibson in seinem neuen Buch Mustererkennung/pattern recognition http://www.williamgibson.de in der Gegenwart angekommen ist, ist es schon ganz schön mutig seine Veranstaltung Timeshift – Die Welt in 25 Jahren zu nennen. Und wenn es nicht einer unserer Lieblingsveranstaltungen wäre, die Ars Electronica 2004 http://www.aec.at/timeshift, wie immer in Linz, in diesem Jahr vom 2. – 7. September, würden wir gar nicht genauer hin sehen.

„Ausgangspunkt“, heisst es im Festivalprogramm, „ist die Analyse der vergangenen 25 Jahre, Ziel sind die zukunftsweisenden Entwicklungen in Kunst, Technologie und Gesellschaft der nächsten 25 Jahre“. Dazu hat die Ars Electronica noch einmal alle gerufen, die die „digitale Revolution“ (Louis Rossetto, WIRED), das „goldene Internet-Zeitalter“ (das war gerade erst!) und den „Long Boom“ (Kevin Kelly), begleitet und mit geprägt haben. So liest sich die Liste der Referent(inn)en, die in Linz dabei sein werden, wie ein who’s who der Internet-Prominenz: Paul Virilio (Philosoph und geistiger Wegbereiter bzw. Vordenker der digitalen Gesellschaft), Howard Rheingold (Whole Earth Review-Kind, Autor, Spürhund der „Digital Communities“, Mitarbeiter des Online-Dienste WELL http://www.well.com und erster Chefredakteur von Hotwired http://www.hotwired.com, Marvin Minsky (der Experte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz schlechthin vom renommierten MIT MediaLab http://www.mit.edu), Stewart Brand (Whole Earth Review Erfinder, WELL-Gründer, Autor, Fotograf und Zeugs-Sammler), Sherry Turkle (Soziologin, Psychologin, Autorin (Life on the Screen) und Internet-Identitätsforscherin: „Ich bin Viele“), Esther Dyson (Publizistin und ehemals Vorsitzender der Internet-Domain-Vergabe-Stelle ICANN) und SF-Buch- und Weblog-Autor Bruce Sterling http://www.viridiandesign.org. Und das ist nur ein Auszug der Referentenliste!

Mit dabei ist auch einer, der ziemlich gut in der Gegenwart angekommen ist: Jimmy Wales, der Gründer der offenen Web-Enzyklopädie Wikipedia http://www.wikipedia.com, der sich nicht nur tagtäglich mit enzyklopädischen Stichworten sondern auch mit Menschen, die diese Stichworte schreiben, verändern, neu-schreiben und wieder verändern herumschlagen muss. Wie er das managt, und zwar offensichtlich sehr erfolgreich, wird er in Linz erzählen und damit einen Vorgeschmack auf das liefern, was in den nächsten Jahren im Web auf uns zu kommt: Schnelle, globale und verbindliche Interaktion und Kommunikation mit vielen Menschen. Mit anderen Worten- das Internet feiert gerade seinen zweiten Frühling. Wer’s nicht glauben mag, besucht neben den Symposien, Foren und Konferenzen eine der vielen „Cyber-Art“-Ausstellungen, die aus der ganzen Welt kommen, oder einen der „Events“.

Der Katalog zur diesjährigen Ars erscheint im Hatje Cantz Verlag http://www.hatjecantz.de, bei dem auch das schöne Buch Ars Electronica 1979 – 2004, 25 Jahre Netzwerk für Kunst, Technologie und Gesellschaft (20,- Euro) verlegt wird. Mehr Infos (Tagespass schon ab 26,- Euro) und Anmeldung zur Ars Electronica 2004 hier: http://www.aec.at/de/festival/index.asp

STEFAN BECHT
stefan@stefanbecht.de

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