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Kinowelt gründet Arthaus Verlag für SehBücher in Leipzig – Baumhaus übernimmt Buchhandelsvertrieb

Es war wohl nur eine Frage der Zeit – nach dem Hörbuch folgt nun das Sehbuch: Die Leipziger Kinowelt GmbH, hervorgegangen aus der insolventen Kinowelt Medien AG (München), jedenfalls verbindet ihre Aktivitäten in der Filmsparte sowie die der Tochterfirma Arthaus Musik für gleichnamige Produkte und hat dafür den Arthaus Verlag in Leipzig gegründet.

Zur Buchmesse startet der Verlag sein Programm mit den ersten 16 SehBüchern, dabei handelt es sich um eine Kombination aus Büchern und DVDs. Zunächst erscheinen Titel zu acht cineastischen Welterfolgen (zum Preis von je 24,90 Euro), acht weitere zu herausragenden Opern-Aufführungen (31,90 Euro). Darüber hinaus veröffentlicht der Arthaus-Verlag so genannte „Artdokumentationen“, 12 in diesem Herbst, über berühmte Künstler, ihr Leben und Werk (u.a. Vincent van Gogh, Marc Chagall, Pablo Picasso, Andy Warhol und Helmut Newton).

Die Kinowelt GmbH mit derzeit 80 Mitarbeitern ist in den Bereichen Filmproduktion- und –verleih sowie Lizenzhandel vor allem mit seiner Home-Entertainment-Sparte (DVD-Produktion und –Handel) unter den Marken Kinowelt und Arthaus erfolgreich. Laut Arthaus-Verleger und Kinowelt-Geschäftsführer Bertil le Claire verfügt Kinowelt über „eine der größten Filmbibliotheken in Deutschland“ und somit über einen Fundus, aus dem sich die Programme mit bis zu 40 Titeln jährlich speisen lassen. Als Vertriebspartner konnte der Arthaus Verlag den Baumhaus Buchverlag und deren Verleger Bodo-Horn Rumold gewinnen. Die Baumhaus-Vertreter betreuen den Buchhandel. Die Auslieferung in Deutschland übernimmt LKG in Espenhain bei Leipzig.

Das erste Programm zeigt die Möglichkeiten der Medienpakete: Arthaus präsentiert zum Beispiel den Ufa-Klassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann mit dem Roman von Heinrich Spoerl, den Streifen „Die Brücke“ von Bernhard Wicki mit der autobiografischen Romanvorlage von Manfred Gregor, Rainer Werner Fassbinders „Lili Marleen“ mit der Lale Andersen-Biografie von Gisela Lehrke, den Werner Herzog-Film „Kaspar Hauser“ mit Jakob Wassermanns gleichnamigem Roman oder die Filmklassiker „Citizen Kane“ von Orson Welles, „Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch und „12 Uhr Mittags“ von Fred Zinnemann jeweils mit Büchern zur Geschichte der Filme.

Im Buchhandel sieht der Arthaus-Verlag ein großes Potenzial für den Vertrieb seiner anspruchsvollen Unterhaltungs- und Informationsprodukte. Schließlich beruhen „viele Filme auf literarischen Stoffen oder Autobiografien“, sagt Bertil le Claire. „Der Erfolg der Hörbücher kann sicher nicht automatisch auf unser Sehbuch-Konzept übertragen werden“, ergänzt Baumhaus-Verleger und Arthaus-Vertriebschef Horn-Rumold, „aber er zeigt, dass die Kunden des Sortimentsbuchhandels keine Puristen sind. Ihnen geht es um Inhalte.“ Die der Preisbindung unterliegenden Kombiprodukte jedenfalls könnten dem Sortimentsbuchhandel „in adäquater Form auch das Erfolgsmedium DVD“ erschließen, so Horn-Rumold.

Harald Kiesel
harald-kiesel@web.de

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