Auf die Reaktion von dtv-Verleger Wolfgang Balk in Sachen „Börsenverein/Buchmesse“ [mehr…] antwortet nun Matthias Ulmer erneut mit folgendem offenen Brief:
Lieber Herr Balk,
bei meiner Kritik habe ich nicht an Ihren Brief gedacht, sondern an eine Mail vom 22.9. Die Verbindung über einen Link zu Ihrer Mail ist eine Interpretation der Buchmarkt-Redaktion, die ich als unglücklich bezeichnen würde. Zu Ihren vier Punkten:
1. Der Standort Leipzig hat gegenüber dem Standort Frankfurt für den Verband außer der Tradition in meinen Augen wenig Vorteile. Die verkehrstechnische Lage ist für die Mitgleider ein zentrales Argument.
Die Reisezeiten und -kosten nach Leipzig sind bezogen auf die verschiedenen Standorte der deutschen Verlage erheblich höher als nach Frankfurt. Das Gebäude in Leipzig ist für eine andere Nutzung gebaut worden und kann nicht als Sitz des Verbandes dienen. Und der Umzug und vor allem die Sozialpläne würden enorme Kosten verursachen. Das vermute ich. Aber ich will gerne Ihre Anregung aufnehmen und mich über den VA dafür einsetzen, dass das Thema Frankfurt-Leipzig erschöpfend analysiert und auch im Börsenblatt publiziert wird.
2. Zu Ihrer Bemerkung zu Hetze und Diffamierung möchte ich lieber nichts sagen. Zum Stichwort Zensur aber doch so viel: als Verleger ist man für die publizierten Inhalte verantwortlich. Auch bei Leserbriefen. Wenn diese beleidigend sind und im Ton so ausfallen, wie in den letzten Tagen, dann steht man in der Verantwortung. Herr von Zittwitz ist sich dessen bewusst, in dem er die schlimmsten Ausrutscher redigiert. Ich wollte ihn bitten, das im Sinne einer konstruktiveren Auseinandersetzung noch strenger zu machen. Er hat das nicht so aufgefasst, wie Sie.
3. Dass Organe des Börsenvereins sich beschädigen ist traurig und leider wahr. Die Frage ist, ob man sich darüber freut und das weiter anheizt, oder ob man sich bemüht und dafür einsetzt, dass sich das ändert. Das Bild der Branche wird im Moment durch unglückliches Handeln des Verbandes und durch die aggresiven Statements dazu gleichermaßen beschädigt.
4. Schließlich meinen Sie, es fehlte nur noch die Äußerung, dass alle, die sich aus Sorge um den Verband äußern als Defätisten gebrandmarkt werden. Mir fehlt diese Äußerung nicht. Ich wollte nicht gerne Defätist genannt werden.
Ich würde mich freuen, wenn wir uns zu diesen Themen einmal ausführlicher austauschen könnten.