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Dauerthema auch in der „Frankfurter Rundschau“: Zimmerpreise zur Buchmesse bis 645 Euro / Warnung vor unseriösen Anbietern

Die Stadt Frankfurt warnt vor dubiosen Internetanbietern, die zuviel Geld verlangen, die Hotelbranche sieht normale Entwicklung: Als „ärgerlich“ und „eine Idiotie“ beklagt die Buchmesse die hohen Hotelpreise in Frankfurt während der größten Bücherschau der Welt vom 6. bis 10. Oktober. Es sind dubiose Internetanbieter, die für ein Einzelzimmer ohne Frühstück bis zu 645 Euro pro Übernachtung verlangen. Claus-Jürgen Göpfert und Fabian Löhe haben für die FR recherchiert:

{„Angebot und Nachfrage regeln den Markt – das gilt auch bei den Hotels“: So lautet das kühle Urteil von Kerstin Junghans, der Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes in Frankfurt. Günter Hampel, Chef der städtischen Tourismus und Congress GmbH (TCF), warnt „vor unseriösen Internetanbietern aus der ganzen Welt“, die die Preise zur Buchmesse hochtrieben. Ein Thema hat die Stadt wieder eingeholt, das schon 2002 und 2003 für heftige Auseinandersetzungen sorgte. Jetzt, kurz vor Eröffnung der Buchmesse 2004, muss Holger Ehling, der Sprecher der Bücherschau, konstatieren: „Bei den Hotels hat sich kaum etwas verbessert“.

Als sich 2003 die Stadt, die Buchmesse und die großen Hotels auf eine Rahmenvereinbarung verständigt hatten, hieß das Versprechen: Die Preise werden auf dem Niveau von 2003 eingefroren. Doch davon kann keine Rede sein. TCF-Geschäftsführer Hampel hat seine Fachleute recherchieren lassen – und siehe da: Sie stießen auf die Spur von „Internet-Anbietern aus der ganzen Welt“, die auf den Hotelpreis noch einmal einen saftigen Aufschlag verlangen.

Hampels Beispiel: Das Maritim Hotel. Außerhalb der Buchmessen-Zeit sei ein Einzelzimmer hier für 240 Euro pro Nacht zu haben, jetzt koste es 460 Euro. Die TCF ermittelte aber einen Internet-Anbieter, der für diese Zimmer 605 Euro verlange – und diesen Preis von Kunden auch bezahlt bekomme. Bis nach Israel führe die Spur der Internet-Offerten. Die Firmen kauften im Vorfeld der Buchmesse Zimmer-Kontingente in Frankfurt und vermarkteten sie dann.

Auch Recherchen der FR haben ergeben, dass die New Yorker Briefkastenfirma octopustravel.com ein Einzelzimmer in der Zeit vom 5. bis 10 Oktober im Maritim für 645 Euro anbietet. Ab 11. Oktober gehen die Preise dann auf 125 Euro runter. Das Maritim Hotel selbst wollte sich zu den Preisen nicht äußern. Hampel: „Wir können an die Buchmessen-Besucher nur appellieren, sich der Zimmervermittlung der TCF zu bedienen.“ 260 Hotels in 62 Gemeinden der Region vermitteln so ihre Unterkünfte – freilich sind dies nur vier Prozent des jährlichen Zimmer-Umsatzes im Rhein-Main-Gebiet.

Doch die Hotel-Manager können die Diskussion nicht nachvollziehen. „Ich verstehe das ganze Theater nicht“, sagt Gerhard Mitrowitz, Direktor des Hotels „Frankfurter Hof“ und Sprecher von 16 Luxushotels in der Rhein-Main-Region. Als „Quatsch“ bezeichnet er eine Überteuerung zur Buchmesse. Es sei eben Hochsaison – und die hohen Preise im Einzelzimmer ohne Frühstück blieben bis 20. Dezember bei bis zu 445 Euro pro Nacht. Erst dann gingen sie, in der Nebensaison, auf 235 Euro runter.

Manager Hampel gibt zu, dass auch ohne Internet-Aufschlag die Preise in Hotels während der Buchmesse kräftig steigen. Als Spitze nennt er das Arabella Hotel an der Konrad-Adenauer-Straße, das jetzt für ein Einzelzimmer 495 Euro verlange – außerhalb der Buchmessen-Zeit 201 Euro. Bücherfreunde, die das nicht bezahlen wollen, verweist Hampel auf 4 000 private Zimmer in der Region, die für einen Durchschnittspreis von 41 Euro pro Nacht zu haben seien – aber teils weit von Frankfurt entfernt.

Viele Aussteller der Buchmesse, so berichtet Sprecher Ehling, haben „resigniert“. Sie schliefen während der Messe „im Camping-Bus oder auf der Matratze bei Freunden“.

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