Wie der österreichische Kunststaatssekretär Franz Morak im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bekannt gab, erhält Julian Barnes erhält den mit 22.000 Euro dotierten Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2004. Christoph Ransmayr erhält den Würdigungspreis für Literatur (11.000 Euro). Der Förderungspreis geht an Kathrin Röggla und Norbert Silberbauer (je 7.300 Euro). Der Staatspreis für Kulturpublizistik, der abwechselnd mit dem Staatspreis für Literaturkritik alle zwei Jahre vergeben wird und ebenfalls mit 7.300 Euro dotiert ist, geht an den Journalisten und Historiker Peter Huemer.
Julian Barnes wurde am 19. Januar 1946 in Leicester geboren. Er absolvierte das Magdalen College in Oxford mit Auszeichnung. Ehe er freier Schriftsteller wurde, arbeitete er als Lexikograph für das „Oxford English Dictionary supplement“ sowie als Literatur- und TV-Kritiker. Zu den Büchern des auch international vielfach ausgezeichneten Erzählers zählen „Metroland“ (1980), „Flauberts Papagei“ (1984) und „Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln“ (1989) und „England, England“ (1998). Barnes lebt in London und hat zuletzt eine Essaysammlung über Kochen („The Pedant in the Kitchen“) und eine Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel „The Lemon Table“ veröffentlicht.
Barnes „ist ein vielseitiger Romancier und eleganter Stylist, der die Gabe besitzt, leichtfüßig, unterhaltsam und geistreich zu erzählen“, begründete der Staatssekretär die Preisvergabe. Im Vorjahr hatte der niederländische Autor Cees Nooteboom den Preis erhalten.